Tattriger Auftritt beim G7-Gipfel: US-Präsident Biden sorgt für Gesprächsstoff

Fasano (Italien) - Es ist eine merkwürdige Szene: Die Staats- und Regierungschefs schauen beim G7-Gipfel in Süditalien einer Show von Fallschirmspringern zu. Sie richten den Blick gen Himmel, US-Präsident Joe Biden (81) starrt mit offenem Mund nach oben, wischt sich zwischendurch über die Lippen.

US-Präsident Joe Biden (81, M.) wurde von EU-Präsidentin Ursula von der Leyen (65, r.) herzlich in Empfang genommen. Gastgeberin Giorgia Meloni (47, l.) schaute gespannt zu.
US-Präsident Joe Biden (81, M.) wurde von EU-Präsidentin Ursula von der Leyen (65, r.) herzlich in Empfang genommen. Gastgeberin Giorgia Meloni (47, l.) schaute gespannt zu.  © Michael Kappeler/dpa

Nach der Landung der Fallschirmspringer geht er ein paar Schritte auf einen von ihnen zu, ganz langsam, streckt ihm den gehobenen Daumen entgegen, bis ihn die Gipfel-Gastgeberin, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, am Arm berührt und ihn zur Gruppe zurückbittet für einen Vortrag zu der Präsentation.

Der 81-Jährige hört auch da mit offenem Mund zu, setzt sich in Zeitlupe seine Piloten-Sonnenbrille auf und steht dann stocksteif da, mit baumelnden Armen und ohne Regung, während die anderen Regierungschefs neben ihm versuchen, wahlweise interessiert oder freundlich zu schauen und Meloni, wie öfter an diesem Tag, ihre sehr lange und sehr weite Hose zurechtzupft.

Ja, der Präsident wirkt nicht gerade kraftvoll in jener Szene. Doch wer den ältesten US-Präsidenten aller Zeiten regelmäßig beobachtet, für den ist ein Moment wie dieser alltäglich.

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Am Rande des G7-Gipfels allerdings sorgt es für Gesprächsstoff, wie wackelig sich der mächtigste Mann der Welt auf der internationalen Bühne präsentiert.

Material für Trumps Wahlkampfmaschinerie

Der amerikanische Präsident (81, v.r.) war fasziniert von der ihm gebotenen Show am süditalienischen Himmel.
Der amerikanische Präsident (81, v.r.) war fasziniert von der ihm gebotenen Show am süditalienischen Himmel.  © Michael Kappeler/dpa

Großbritanniens Premier Rishi Sunak (44) wird sogar von Journalisten auf die Szene angesprochen und wiegelt ab, Biden sei nur "höflich" gewesen zu den Fallschirmspringern.

Da Biden mitten im Wahlkampf für eine zweite Amtszeit steckt, stürzt sich vor allem die Wahlkampfmaschinerie von Bidens Herausforderer Donald Trump auf Szenen wie diese.

"Bidens kognitiver Verfall wird beim G7-Gipfel deutlich sichtbar", wettert Trumps Wahlkampfteam über die Fallschirm-Szene.

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"Man sah Biden in die Ferne starren und wie ein hirntoter Zombie umherwandern."

Meloni habe ihn quasi wieder einfangen müssen. Die Gegner der USA sähen das mit großer Freude.

Joe Biden ist für Pannen und Verwechslungen bekannt

Joe Biden (81) und Donald Trump (78) treten bei der Wahl zum US-Präsidenten im Jahr 2024 gegeneinander an.
Joe Biden (81) und Donald Trump (78) treten bei der Wahl zum US-Präsidenten im Jahr 2024 gegeneinander an.  © -/AP/dpa

Wahlkämpfer der Republikanischen Partei sezieren jede Äußerung, jeden Schritt des Amtsinhabers, um ihn als senilen Greis darzustellen, der kurz vor dem Kollaps stehe und nicht imstande sei, einen geraden Satz zu sagen - geschweige denn, das Land zu führen.

Schon bei Bidens erstem Stopp in Europa, bei seinem Besuch in Frankreich, verbreitete Trumps Wahlkampfteam diverse Videoclips, um Biden besonders alt aussehen zu lassen - alles jedoch verzerrt, gekürzt und so geschnitten, dass es aus dem Kontext gerissen war und an der Realität vorbeiging.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich der siebenfache Großvater Biden täglich Patzer leistet und nicht sonderlich agil daherkommt.

Sein Gang ist steif - das bestätigt selbst der Leibarzt des Präsidenten in jedem veröffentlichten Gesundheitscheck. Der Demokrat bewegt sich nur langsam, nimmt Treppenstufen mit Vorsicht in Angriff. Nahezu bei jedem Auftritt verspricht er sich, bringt Sätze nicht zu Ende oder stolpert über komplizierte Wörter - und das nicht nur deshalb, weil er mit einem Stotter-Problem aufwuchs.

Biden verwechselt immer wieder Namen oder Nationalitäten ausländischer Staats- und Regierungschefs.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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