Von Christian Rothenberg
Düsseldorf - Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (73, CDU) kritische Töne angeschlagen.
Er wolle nun die Sicherheitskonzepte für Demonstrationen in seinem Bundesland auf den Prüfstand stellen, kündigte der Minister an.
"Zur Wahrheit gehört aber: Wir werden nie hundertprozentige Sicherheit garantieren können", sagte der Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es wird immer Menschen geben, die durchs Raster fallen, weil ihre Radikalisierung im Verborgenen und in kurzer Zeit abläuft." Zudem könnten auch Menschen ohne Gefährder-Status Anschläge begehen, warnt Reul.
Das Risiko sei Teil jeder Veranstaltung, so Reul. Trotzdem dürften sich die Menschen in Deutschland die Feste und die Freiheit nicht nehmen lassen.
Weiter sagte er: "Wir wissen, dass die Gefahr islamistischer Anschläge abstrakt hoch ist. In Berlin ist sie nun ganz konkret geworden. Wir haben unsere Polizei darum sensibilisiert."
In Vorbereitung auf die anstehenden CSDs in NRW sollen die Sicherheitskonzepte noch einmal überprüft werden.
Mutmaßlicher Attentäter Abdul B. wurde von Polizei erschossen
Bei dem Anschlag am Samstagabend in Berlin soll ein 21-jähriger Deutscher mit libanesischen Wurzeln und Verbindungen zum islamistischen Terror zahlreiche Menschen mit einem Van angefahren haben.
Eine Frau aus Polen wurde tödlich, weitere 29 Menschen teils lebensgefährlich verletzt. Bei seiner Festnahme am Sonntagabend wurde Abdul B. von Einsatzkräften erschossen.