Irre Trump-Geburtstagsfeier: Weißes Haus wird zur Kampfsportarena
Washington, D.C. (USA) - Hat der Wahnsinn seinen Höhepunkt gefunden? Was in der Nacht auf Montag auf dem Südrasen des Weißen Hauses passiert ist, hätte vor der Trump-Ära noch jeder für die Story eines trashigen Comedy-Films gehalten: Ein UFC-Event auf dem Grundstück des US-Präsidenten - als Geburtstagsfeier. Ein Kampfsportspektakel als politische Inszenierung.
Donald Trump feierte am Sonntag (14. Juni) seinen 80. Geburtstag. Anders als Vorgänger Joe Biden (83) - dem er gemeinsam mit seinen Anhängern jahrelang mit Blick auf dessen Geburtsdatum die Präsidententauglichkeit abgesprochen hatte - scheint Trump sich selbst im besten Alter zu sehen, das mächtigste Land der Welt zu führen.
Dann darf auch gerne mal das Weiße Haus als Schauplatz für reichlich Prügel herhalten: Auf dem Südrasen fand am Sonntagabend (Ortszeit) das "UFC Freedom 250"-Event statt. 14 der besten "Mixed Martial Arts"-Kämpfer der Welt stiegen dafür ins Oktagon.
Doch den Beginn machte natürlich der US-Präsident höchstselbst - in Begleitung von UFC-Boss Dana White (56), einem engen Kumpel des 80-Jährigen. Trump salutierte auf dem Balkon vom Weißen Haus während zwölf Kampfjets durch den Himmel über Washington jagten. Streckte dann, in der Freiluftarena abgekommen, die Faust in die Höhe.
Er hatte die "großartigste Show der Welt" zum 250. Geburtstag von Amerika versprochen - deshalb auch der Eventname "Freiheit 250". Allerdings ist dieser erst am 4. Juni.
Gefeiert wurde nun allerdings an Trumps Geburtstag. Seine Anhänger schien das nicht zu stören, sie schrien "USA, USA" während sie auf den Beginn der Kämpfe warteten.
"UFC Freedom 250": Gaethje-Sieg über Topuria wird zur Nebensache
Auch die MMA-Kämpfer, darunter viele Trump-Anhänger, spielten bei der Inszenierung brav mit, kamen aus dem Weißen Haus in Richtung Oktagon.
Als Hauptkämpfer war der in Deutschland geborene georgische Leichtgewichts-Champion Ilia Topuria (29) angekündigt, der gegen UFC-Legende Justin Gaethje (37) in den Käfig trat. Er verlor in der vierten Runde.
Der Kampf wurde als bester "Kampf der Nacht" ausgezeichnet, Gaethjes Einsatz außerdem als "Performanz der Nacht" geehrt. Letztere Auszeichnung teilte er sich mit Ciryl Gane (36), der Alex Pereira (38) schon in der zweiten Runde ausgeschaltet hatte.
Doch die Kämpfe blieben nebensächlich. Während die MAGA-Bewegung ihr Idol und das Event frenetisch bejubelten, herrscht unter Demokraten und (internationalen) politischen Beobachtern Fassungslosigkeit.
Kritiker hatten Donald Trump schon im Vorhinein vorgeworfen, das Weiße Haus durch das Sport-Event zu entwürdigen und die Vereinigten Staaten von Amerika mit der umstrittenen Veranstaltung weiter zu spalten. Die Anti-Korruptions-Organisation "Public Integrity Project" hatte erfolglos versucht, "UFC Freedom 250" kurzfristig mit einer Klage zu stoppen.
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