"Die sozialistische TikTok-Tante": Söder lässt bei Grünen, Linken & AfD die Fäuste fliegen

Passau - Der Vorsitzende der CSU, Markus Söder (59), übte in seiner Rede beim Politischen Aschermittwoch zwar Zurückhaltung gegenüber den Koalitionspartnern, teilte an anderer Stelle jedoch deutlich aus. Auch die Fraktionschefin der Linken musste so einiges einstecken.

Markus Söder (59) hielt sich bei seiner Rede nur begrenzt zurück.  © Sven Hoppe/dpa

Mit der SPD und den Freien Wählern regiert die CSU sowohl im Bund als auch in Bayern. Deshalb konnte Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder beim politischen Schlagabtausch am Aschermittwoch in Passau nicht wie sonst kräftig gegen diese Parteien austeilen.

Für Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und AfD hatte Söder trotzdem kräftige Kritik parat – teilweise auch persönlich.

Das Thema Grüne scheint für den CSU-Chef noch lange nicht erledigt zu sein. Beim Vorsitzenden der Grünen Jugend, Luis Bobga (23), reagierte Söder auf dessen Beleidigungen ("Hundesohn", "H*rensohn") mit dem Hinweis, er solle "endlich mal etwas Ordentliches arbeiten, bevor er über andere lästert".

Markus Söder Söder beim Politischen Aschermittwoch: Rente nicht "irgendwann in Rubel" auszahlen

Zudem kritisierte Söder Bündnis 90/Die Grünen scharf für das Abstimmungsverhalten ihrer Europaabgeordneten beim Mercosur-Abkommen. Seiner Meinung nach sollten sie sich für die überraschende Übereinstimmung mit der AfD schämen, "statt ständig Belehrungen zu geben. Kümmert euch um euren eigenen Dreck."

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Söder lässt sich beim Politischen Aschermittwoch der CSU nach seiner Rede auf der Bühne feiern.  © Sven Hoppe/dpa

"Rosa Luxemburg für Arme": Söder schießt gegen Reichinnek

Wer ebenfalls besonders dran glauben musste, war Heidi Reichinnek (37). Gegen die Fraktionschefin der Linken hatte Söder so einiges in petto – und ging dabei vor allem gegen Reichinneks privates Fortbewegungsmittel.

"Besonders die rote Heidi, die sozialistische TikTok-Tante, die Rosa Luxemburg für Arme, liebe Freundinnen und Freunde. Jetzt habe ich gesehen, dass sie einen Audi fährt. Ich meine, ich verstehe das. Aber mal zur Glaubwürdigkeit: Die soll sich lieber in einen Trabi oder in einen Lada setzen und nicht bayerische Produkte da missbrauchen."

Die SPD hingegen bekam von Söder keine Kritik. Ganz im Gegenteil: Er dankte ihr ausdrücklich dafür, dass sie mitmache, "dieses Scheiß-Bürgergeld" abzuschaffen. Für die Jungsozialisten und die bayerischen Genossen hatte der CSU-Chef jedoch nur Spott übrig.

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Vor einem großen Publikum machte Söder seinem Ärger Luft.  © Sven Hoppe/dpa

Alice Weidel, "der blonde Kühlschrank aus der Schweiz"

Söder warf der Alternative für Deutschland vor, EU und NATO verlassen zu wollen, um Deutschland zu "Mütterchen Russland" zu führen, und fragte, was bei der Erziehung des "braunen Zigarettenbürschleins", dem AfD-Abgeordneten Daniel Halemba (24), "schiefgelaufen" sei. AfD-Chefin Alice Weidel (47) bezeichnete er als den "blonden Kühlschrank aus der Schweiz", weil sie nicht in Deutschland lebt.

Zudem machte der CSU-Chef in Passau bundespolitische Ansagen: Eine Mehrwertsteuererhöhung "auf 21 Prozent" werde die CSU nicht mittragen, und eine Aufweichung der Schuldenbremse komme nicht infrage. "Es reicht mit den Schulden", betonte er – immerhin habe man "in Berlin schon 500 Milliarden Schulden" gemacht.

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