Zum Start vom G7-Gipfel: Proteste enden in heftiger Straßenschlacht

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Évian/Genf - Ausnahmezustand am idyllischen Genfer See! Während an diesem Montag das hochkarätige Treffen der G7-Mächtigen im französischen Évian-les-Bains offiziell beginnt, versinkt die Schweizer Region im Protest-Chaos. Zehntausende Demonstranten belagern die Straßen, um den dreitägigen Gipfel (bis Mittwoch) lautstark zu torpedieren.

Anfangs verliefen die Proteste am Genfer See friedlich.
Anfangs verliefen die Proteste am Genfer See friedlich.  © picture alliance/dpa/AP | Baz Ratner

Eigentlich wollen die Staats- und Regierungschefs um US-Präsident Donald Trump (80) und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (48) im Luxus-Kurort Évian über die großen Krisen der Welt beraten. Doch Frankreich zeigte im Vorfeld eine harte Kante: Proteste im eigenen Land? Streng verboten!

Deshalb verlagerte sich das Pulverfass kurzerhand über die Grenze ins rund 50 Kilometer entfernte Genf in der Schweiz.

Wie unter anderem der Spiegel berichtet, formierte sich unter dem Motto "No G7" am gestrigen Sonntag eine gigantische Allianz aus rund 60 verschiedenen Gruppierungen – darunter Feministinnen, Gewerkschaften, Kurden und ein tiefschwarzer, linksradikaler Block.

Im Verlaufe des Sonntages wurde die Stimmung immer angespannter.
Im Verlaufe des Sonntages wurde die Stimmung immer angespannter.  © picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Erst friedlich, dann flogen die Steine

Die Demonstranten bewarfen vor allem die Polizei mit Steinen und Böllern.
Die Demonstranten bewarfen vor allem die Polizei mit Steinen und Böllern.  © picture alliance/dpa/KEYSTONE | Jean-Christophe Bott

Was am Sonntagnachmittag wie ein bunter Marsch begann, eskalierte am Abend völlig. Plötzlich flogen Pflastersteine und Flaschen auf die Einsatzkräfte. Die Polizei fackelte nicht lange und setzte massive Ladungen Tränengas ein.

Vermummte rissen Schutzbarrikaden aus Sperrholz von den Schaufenstern. Scheiben von Banken und Geschäften splitterten. Nahe dem Genfer Busbahnhof ging ein Tesla in Flammen auf.

Die Polizei, die mit einem bundesweiten Großaufgebot angerückt war, zog schließlich die Reißleine und löste die Demonstration am Abend komplett auf.

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Die Angst vor dem totalen Chaos ist in Genf nicht unbegründet. Bereits 2003, beim damaligen G8-Gipfel, wurde die Stadt von Randalierern regelrecht zerlegt.

Aus Sorge vor einer Wiederholung dieses Traumas haben Hunderte Ladenbesitzer und Hoteliers ihre Geschäfte seit Tagen verrammelt. Tausende Beamte kontrollieren seither im Dauereinsatz Fahrzeuge und Passanten.

Ein Tesla ging lichterloh in Flammen auf.
Ein Tesla ging lichterloh in Flammen auf.  © Fabrice COFFRINI / AFP

Worum geht es beim G7-Gipfel?

Während draußen die Straße brennt, geht es ab Montag hinter verschlossenen Türen um die ganz heißen Eisen: die Kriege in der Ukraine und in der Golfregion sowie der Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Am Dienstag reist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) an und soll dort unter anderem zu einem brisanten Vieraugengespräch mit Donald Trump zusammenkommen.

Titelfoto: Bildmontage: picture alliance/dpa | Michael Kappeler / Foto von FABRICE COFFRINI / AFP

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