Killer-Zecken töten mehrere Hunde in Brandenburg

Potsdam - Nach dem Ausweisen von drei FSME-Risikogebieten in Brandenburg aufgrund der Zeckengefahr sind in der Umgebung von Forst (Spree-Neiße) bereits mehrere Hunde nachweislich an der Krankheit Babesiose (Hundemalaria) gestorben, die von den Parasiten übertragen wird.

Eine Auwaldzecke hat sich im Fell eines Hundes in dessen Haut festgebissen. Die Parasiten übertragen die für die Fellnasen gefährliche Krankheit Babesiose, auch als Hundemalaria bekannt.
Eine Auwaldzecke hat sich im Fell eines Hundes in dessen Haut festgebissen. Die Parasiten übertragen die für die Fellnasen gefährliche Krankheit Babesiose, auch als Hundemalaria bekannt.  © Tim Brakemeier/dpa

Das berichtete die Leiterin des Tierheims der Stadt, Karin Schulze, nach fachlichem Austausch mit dem zuständigen Tierarzt.

Hundehalter in der Stadt Forst und in den angrenzenden Ortsteilen und Gemeinden sollten demnach besonders achtsam sein, weil in den vergangenen Tagen verstärkt die graue Hundezecke und die Auwaldzecke festgestellt worden ist, sagte Schulze.

Diese Zecken treten meist in Österreich und Bayern auf und sind nun auch im Süden Brandenburgs aktiv. Die "Lausitzer Rundschau" hatte darüber berichtet.

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Das Robert-Koch-Institut hatte erstmals die drei Landkreise Oder-Spree, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße benannt, wo sich die Tiere ausbreiteten.

Zecken können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Die Ausweisung der Gebiete ist laut Gesundheitsministerium Grundlage für gezielte Präventionsmaßnahmen.

FSME-Infektion kann bei Hunden tödlich ausgehen

Spezielle Hundehalsbänder sorgen dafür, dass ein Wirkstoff gegen Zecken in winzigen Staubpartikeln abgegeben wird.
Spezielle Hundehalsbänder sorgen dafür, dass ein Wirkstoff gegen Zecken in winzigen Staubpartikeln abgegeben wird.  © Markus Scholz/dpa-tmn

Die Tierheimleiterin und ihr Team betreuen 15 Hunde, die sie nun vorsorglich mit einem Medikament geschützt hätten, das für drei Monate wirksam sei.

Schulze rief alle Hundehalter in der Umgebung auf, ihre Tiere gründlich nach Zecken abzusuchen. Es gebe zwar Gegenmittel, doch wenn man nicht rechtzeitig reagiere, könnten Hunde auch sterben.

Eine FSME-Infektion könne bei Hunden auch tödlich ausgehen, bestätigte Christine Klaus, Fachtierärztin für Mikrobiologie und Parasitologie am Friedrich-Loeffler-Institut in Jena. Das gilt auch für Babesiose, die mit hohem Fieber und rot verfärbtem Harn einhergehe.

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Es gebe sehr gute zeckenabwehrende Mittel, die als "Spot on" auf die Haut gegeben werden oder als Halsband verwendet werden können, empfahl Klaus. Wenn das richtig angewendet werde, verhindere das alle durch Zecken übertragene Krankheiten.

Bundesweit gibt es 175 Risikogebiete. Die Zahlen sind abhängig von der Witterung und dem vermehrten Aufenthalt im Freien, was mögliche Kontakte mit Zecken begünstigt. Seit 2019 wurden in Brandenburg bei Menschen 13 FSME-Fälle nach Angaben des Ministeriums gemeldet - bei acht wurde angegeben, dass es sich um einen Zeckenbiss gehandelt habe.

Titelfoto: Tim Brakemeier/dpa

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