30 Jahre nach dem Produktions-Stopp: Historische MZ-Produktion kehrt nach Zschopau zurück

Zschopau - Die legendären MZ-Hallen in Zschopau standen fast 30 Jahre lang leer - jetzt sind die alten Produktionsmaschinen zurückgekehrt. Das entstehende Museum soll bald die bewegte Geschichte des Zschopauer Motorradbaus erzählen.

Der frühere MZ-Chefkonstrukteur Bernd Baumgartl, Dirk Klädtke (46) und Peter Haase (v. l.) bringen eine der Großmaschinen zurück ins alte MZ-Werk.
Der frühere MZ-Chefkonstrukteur Bernd Baumgartl, Dirk Klädtke (46) und Peter Haase (v. l.) bringen eine der Großmaschinen zurück ins alte MZ-Werk.  © PhotoERZ/Thomas Fritzsch

Nach dem MZ-Konkurs waren die Produktionsmaschinen 1993 in eine Fabrikhalle im Großolbersdorfer Ortsteil Hohndorf umgezogen. Dort liefen sie noch bis 2014 für die "MuZ Motorrad- und Zweiradwerk GmbH". Nach deren Insolvenz kaufte der Hohndorfer Metallverarbeitungsbetrieb "Klädtke" das Werk.

Die Maschinen blieben in der Halle. "Mir hätte es leid getan, sie wegzuschmeißen", sagt Firmen-Inhaber Dirk Klädtke (46). Im vergangenen Jahr entstand ein Enduro-Museum im alten Zschopauer MZ-Werk. Da war klar, dass auch die einstige Produktion dort hingehört.

Fünf Lkw-Ladungen waren nötig, um das insgesamt 25 Tonnen schwere Inventar von Hohndorf zurück nach Zschopau zu bringen. Darunter sind alte Werkbänke, Vermessungsgeräte und Büroeinrichtungen - das Herzstück aber sind die fünf Großmaschinen, mit denen die Motorrad-Teile gedreht und gefräst wurden.

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"Sie mussten über den altehrwürdigen MZ-Aufzug nach oben gebracht werden", sagt Markus Schachtschneider (54), Vorstand der Museums-Stiftung. "An dem Tag waren 35 Grad Celsius - es war eine Knochenarbeit."

Endlich wieder zu Hause: Das alte MZ-Inventar kam per Lkw zurück ins frühere Zschopauer Werk.
Endlich wieder zu Hause: Das alte MZ-Inventar kam per Lkw zurück ins frühere Zschopauer Werk.  © PhotoERZ/Thomas Fritzsch
Montage eines MZ-Motorrads im Zschopauer Werk im Jahr 1991.
Montage eines MZ-Motorrads im Zschopauer Werk im Jahr 1991.  © imago/Werner Schulze
Peter Haase, Kulturbetriebs-Leiterin Christiane Schlegel und Markus Schachtschneider (54, v.l.) laden eine MZ-Produktionsmaschine ab.
Peter Haase, Kulturbetriebs-Leiterin Christiane Schlegel und Markus Schachtschneider (54, v.l.) laden eine MZ-Produktionsmaschine ab.  © PhotoERZ/Thomas Fritzsch

Die Maschinen stehen jetzt im ersten Stock des MZ-Werks, wo früher die Motorrad-Rahmen gefertigt wurden. Das "Industrie- und Technik-Museum" soll im Frühjahr 2022 eröffnen - pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum des Motorradbaus in Zschopau. Das benachbarte Enduro-Museum könnte bereits Ende August öffnen.

Titelfoto: PhotoERZ/Thomas Fritzsch

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