Es geht um Geld und um Schafkot: Prinz klagt gegen Maschendrahtzaun

Aue - Mal wieder steht ein Maschendrahtzaun vor Gericht. Den soll ein Trinkwasser-Versorger entfernen. Das fordert Alfred Prinz von Schönburg-Hartenstein, Eigentümer des Grundstücks und einer der größten Waldbesitzer im Erzgebirge. Die Wasserwerke wehren sich, weil kein Tier dort hinkacken soll, wo Menschen ihr Trinkwasser beziehen.

Alfred Prinz von Schönburg-Hartenstein fordert: Der Zaun muss weg.
Alfred Prinz von Schönburg-Hartenstein fordert: Der Zaun muss weg.  © Uwe Meinhold

An der Grünaer Lücke bei Lößnitz betreibt Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge (ZWW) seit Jahrzehnten zwei Hochbehälter, aus denen mehr als 15.000 Menschen aus Lößnitz und Zwönitz mit Trinkwasser versorgt werden. Das knapp 5000 Quadratmeter große Grundstück wurde kurz nach der Wende umzäunt, damit kein Unbefugter die Wasseranlage betritt.

Neuerdings wirft der Prinz von Schönburg-Hartenstein dem ZWW Eigentums- und Besitzstörung vor, was er am Zaun festmacht. Die TAG24-Anfrage, warum der Zaun jetzt weg soll, blieb bisher unbeantwortet. 

In der Klageschrift findet sich aber eine wirtschaftliche Argumentation: Die Einfriedung der Wasserbehälter mache es unmöglich, das Grundstück etwa an einen Schäfereibetrieb zu verpachten.

Die Vorstellung, dass eine Schafherde grasend und kackend über den Hügel läuft, erzürnt ZWW-Geschäftsführer Frank Kippig: "Das ist eine wasserwirtschaftliche Anlage, bei der wir Stickstoffeinträge verhindern müssen. Der Zaun bleibt!"

Während der Verhandlung fand die Richterin auch heraus, dass beide Kontrahenten längst Kaufverhandlungen für das Grundstück eingeleitet hatten, beim Preis aber viel zu weit auseinander lagen. Das Urteil wird im November erwartet.

Titelfoto: Uwe Meinhold

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