Milder Winter lockt "Nackte Jungfern" aus der Erde: Krokusblüte schon in den Startlöchern?

Drebach - Milder Winter und frühlingshafte Temperaturen lassen schon vielerorts die Frühblüher aus dem Boden schauen, sogar im Erzgebirge.

Wenn die Krokuswiesen in Drebach in voller Blüte stehen, erstrahlen die Wiesen in Lila. (Archivbild)
Wenn die Krokuswiesen in Drebach in voller Blüte stehen, erstrahlen die Wiesen in Lila. (Archivbild)  © Uwe Meinhold

Aktuell sind in Sachsen Winterferien, doch davon merkt man beim Wetter nicht viel. In den vergangenen Tagen kletterte das Thermometer regelmäßig in den zweistelligen Bereich. Laut Kachelmannwetter waren es beispielsweise am Freitagnachmittag in Chemnitz 17 Grad und auch im Erzgebirge wurden ähnliche Werte erreicht.

Kein Wunder, dass da auch die Natur durcheinanderkommt. Schneeglöckchen und Winterlinge blühen bereits seit einer Weile und auch die Krokusse sind schon da. In den Großstädten und im flacheren Sachsen ist das nicht so ungewöhnlich, im Erzgebirge schon. Auch in Drebach gibt es bereits die ersten zarten lilafarbenen Blüten zu entdecken.

Die Gemeinde selbst verkündet, dass die Krokusblüte vor der Tür steht, aber bis die Wiesen in sattem Violett erstrahlen, dauert es noch etwas. "Nach der niederschlagsreichen Zeit im Januar und Februar bei milden Temperaturen wird die Krokusblüte in Drebach auch etwas früher als sonst einsetzen. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit!"

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Die Blütezeit der "Nackten Jungfern", wie die wilden Krokusse liebevoll genannt werden, ist eigentlich im März und April.

Sieben Hektar Krokuswiesen in Drebach

In Drebach schauen schon die ersten Krokusse aus den Wiesen. Bis zur großen Blüte dauert es aber noch etwas.
In Drebach schauen schon die ersten Krokusse aus den Wiesen. Bis zur großen Blüte dauert es aber noch etwas.  © André März

In Drebach gibt es auf insgesamt sieben Hektar mehr als 40 Flächennaturdenkmale. Die Pflanzen sind sehr empfindlich, weswegen die Gemeinde darum bittet, die Wiesen nicht zu betreten, sondern auf den ausgeschilderten Wegen zu bleiben. Auf gar keinen Fall sollte man die Knollen ausgraben oder ausstechen.

Der Legende nach sollen die berühmten Blümchen durch den Pfarrer, Heilpraktiker und Pflanzenzüchter David Rebentrost (1648-1793) in die Region gekommen sein. Er behandelte Kurfürst Johann Georg II. nach einem Jagdunfall und durfte sich dann als Dank aus dem botanischen Garten in Dresden drei Pflanzen aussuchen.

Titelfoto: André März

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