Sachsens Rettungs-Hunde: Unter Trümmern haben sie den besten Riecher

Aue-Bad Schlema - Rutschender Schutt, scharfe Kanten, tückische Hohlräume - wenn ein Gebäude im Katastrophenfall einstürzt und Menschen unter sich begräbt, wird's auch für die Retter lebensgefährlich. Trümmerhunde aus Sachsen sind dann die wichtigsten Helfer in der Not.

Sarah Unger (33) von der Rettungshundestaffel des DRK Kreisverbandes Aue-Schwarzenberg übt mit Labrador Wilma (4) die Suche nach Vermissten in Trümmern.
Sarah Unger (33) von der Rettungshundestaffel des DRK Kreisverbandes Aue-Schwarzenberg übt mit Labrador Wilma (4) die Suche nach Vermissten in Trümmern.  © Kristin Schmidt/dpa

Ihr Einsatz und die Ausbildung werden von Ehrenamtlichen wie Sarah Unger (33) gestemmt. Die Konstrukteurin trainiert mit ihren beiden Labrador-Retrievern Mira (6) und Wilma (4) in der Rettungshundestaffel des DRK Aue-Schwarzenberg zweimal wöchentlich vier bis fünf Stunden, um die Tiere auszubilden.

"Die Prüfung für die Flächensuche nach Menschen, beispielsweise in einem Waldgebiet, haben beide erfolgreich bestanden."

Weitaus komplizierter ist die Suche nach Verschütteten, die die Rettungshunde jüngst auf dem Gelände eines Baustoffhandels üben durften.

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Erzgebirge Vorsicht Glätte! Straße im Erzgebirge mit Eisschicht überzogen

"Hier ist Wilma noch etwas zu ungestüm unterwegs. Mira hat dagegen eine unter Trümmern versteckte Person erfolgreich aufgestöbert", sagt Sarah Unger.

"Die Hunde müssen lernen, sich vorsichtig und ganz allein über Trümmer zu bewegen. Ich kann ihnen ja nicht wie bei der Flächensuche folgen."

Auch Hohlräume müssen erkundet und Gebäudeteile systematisch abgesucht werden. "Dabei dürfen sich die Tiere nicht von parallel arbeitenden Baggern, Sirenengeheul oder Feuer ablenken lassen."

Eine Plakette weist die Vierbeiner als geprüfte Lebensretter aus.
Eine Plakette weist die Vierbeiner als geprüfte Lebensretter aus.  © Kristin Schmidt/dpa

Trümmerhunde fanden hilflose Frau im Wald: "Wenn ich daran denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut"

Auf das Kommando von Rettungshundeführerin Anja Gutknecht schnüffelt Rettungshund Lilly los.
Auf das Kommando von Rettungshundeführerin Anja Gutknecht schnüffelt Rettungshund Lilly los.  © Kristin Schmidt/dpa

Für die Ausbildung nutzt Sarah Unger den Spieltrieb ihrer Vierbeiner: "Wir beginnen mit einfachen Versteckspielen und belohnen und loben ausgiebig, wenn die Hunde eine Person finden. Das wird Schritt für Schritt gesteigert."

Ehe ein Hund einsatzbereit ist, kommen Tausende Übungsstunden zusammen - ehrenamtlich.

"Bei Vermisstenfällen werden die Rettungshundestaffeln aus ganz Sachsen alarmiert. Wer kommen kann, macht sich auf den Weg. Manchmal sind drei Hunde bei einer Suche dabei, manchmal 30", so Unger.

"Ich selbst habe bisher an rund 30 Einsätzen teilgenommen. Bei einer Suche konnten wir eine hilflose junge Frau im Wald finden. Wenn ich daran denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut. An so einem Tag weiß man, dass sich der ganze Aufwand lohnt."

Titelfoto: Kristin Schmidt/dpa

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