Seiffener Nussknacker dreht Extrarunde im All

Seiffen - Sachsens erster Kosmonaut seit Sigmund Jähn (†82) hat seine Mission im All noch nicht abgeschlossen. Statt zurück nach Seiffen zu kommen, harrt Nussknacker Wilhelm immer noch an Bord der Raumstation ISS aus. Dafür zieht nun Raumfahrttechnik ins erzgebirgische Kunsthandwerk ein.

Ein Nussknacker auf Reise durchs All: Schöpfer Markus Füchtner (36) von der gleichnamigen Firma hat seinen Wilhelm ganz groß rausgebracht. Dieser befindet sich gerade auf der Raumstation ISS.
Ein Nussknacker auf Reise durchs All: Schöpfer Markus Füchtner (36) von der gleichnamigen Firma hat seinen Wilhelm ganz groß rausgebracht. Dieser befindet sich gerade auf der Raumstation ISS.  © Uwe Meinhold

"Klar hat er Heimweh", sagt Schöpfer Markus Füchtner aus Seiffen über seinen Wilhelm. "Aber er hat dort oben noch viel zu tun." Nicht nur als Botschafter des Erzgebirges und der Kulturhauptstadt 2025.

Er ist auch zum Symbol zwischen Kunsthandwerk und Weltraumtechnik avanciert. Mit Wissenschaftlern wird nun daran gearbeitet, intelligente Materialien aus der Raumfahrt für das erzgebirgische Kunsthandwerk zu nutzen.

"Wir beschäftigen uns mit Materialforschung und versuchen, intelligente Werkstoffe in neue Anwendungen zu bringen", sagte Holger Kunze vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik.

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Viele dieser Materialien hätten ihren Ursprung in der Raumfahrt. Die Forscher versuchten, diese Werkstoffe für zivile Anwendungen zu nutzen. "Spielzeug ist da ein tolles Feld."

Seit Sigmund Jähn (†82) war kein "Sachse" mehr im Weltall.
Seit Sigmund Jähn (†82) war kein "Sachse" mehr im Weltall.  © DPA

Wie kam es zu dieser Branchenkooperation?

Hier grüßen Astronaut Matthias Maurer und Wilhelm aus der ISS.
Hier grüßen Astronaut Matthias Maurer und Wilhelm aus der ISS.  © dpa/Stadt Chemnitz

Erste Kontakte zu Kunsthandwerkern und Holzspielzeugmachern haben die Forscher voriges Jahr über die "Denkstatt Erzgebirge" in Seiffen geknüpft. Und schon bald soll dieses Treffen zu handfesten Ergebnissen führen.

In Zusammenarbeit mit der Nussknacker-Werkstatt Füchtner soll es bis Weihnachten ein erstes Produkt geben. Über Details hüllen sich die Forscher und Füchtners Team noch in Schweigen. Sonst würden Patente gefährdet, hieß es.

Was Forschung und Kunsthandwerk ausgetüftelt haben, bleibt zunächst also ein Weihnachtsgeheimnis.

Titelfoto: dpa/Stadt Chemnitz

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