Witzige Aktion im Erzgebirge: Hier könnt Ihr in (Falsch-)Geld schwimmen

Thalheim/Erz. - Wo einst Wasser war, liegt jetzt Falschgeld! Das Künstler-Duo Marta Sala (37) und Cheong Kin Man (35) sorgt in Thalheim (Erzgebirge) mit einem ausgefallenen Projekt für Aufsehen: Sie füllen den Whirlpool im ehemaligen Erzgebirgsbad mit 250.000 unechten Banknoten.

Marta Sala (37) und Cheong Kin Man (35) baden in einem Whirlpool mit einer Viertelmillion "Blüten".
Marta Sala (37) und Cheong Kin Man (35) baden in einem Whirlpool mit einer Viertelmillion "Blüten".  © Kristin Schmidt

"Die Idee führt auf eine chinesische Tradition zurück, bei der Spielgeld verbrannt wird, um die Toten zu ehren. Diese Aktion ist eine kulturelle Begegnung mit dem 'Geister-Geld'", erzählt Cheong Kin Man, visueller Anthropologe aus Macau.

Gestaltet haben die Künstler vier verschiedene Scheinarten. Darauf zu sehen sind unter anderem das Erzgebirgsbad, Nussknacker oder die ehemalige Strumpffabrik von Thalheim.

"Eine Botschaft könnte das Überinvestieren bis zum Zerfall sein, so wie es beim Schwimmbad passiert ist", sagt Marta Sala, Malerin aus Polen. Auch das Nachdenken über Werte und Materialismus spiele eine Rolle.

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Besucher können sich den Falschgeld-Pool einfach nur anschauen oder darin "baden" gehen. Nebenbei läuft noch ein Videoclip zum "Geister-Geld".

Bei den Begehungen in Thalheim zeigen 36 nationale und internationale Künstler, die zur Zeit im Erzgebirgsort residieren, ihre 30 Werke. Eröffnung ist am Donnerstag, 18.30 Uhr. Danach hat die Ausstellung vom 12. bis 14. und 19. bis 21. August, jeweils 10 bis 20 Uhr, geöffnet. Eintritt frei.

"Lost Place " wiederbelebt

Seit 2014 ist das Spaßbad geschlossen.
Seit 2014 ist das Spaßbad geschlossen.  © Kristin Schmidt

Kommentar von Stefan Graf

Vor acht Jahren ging das Erzgebirgsbad in Thalheim - im wahrsten Sinne des Wortes - baden. Für viel Geld erbaut, sollte das Spaßbad Besucher aus dem Erzgebirge abkühlen. Doch das Konzept ging nicht auf, aus dem Schwimmbad wurde ein sogenannter "Lost Place", ein verlassener Ort.

Jetzt macht es noch einmal "Plansch"! Unter diesem Titel finden an zwei Wochenenden die Begehungen statt. Das Kunst-Festival gehört eigentlich nach Chemnitz, bricht aber mit dieser Tradition, weil der "Purple Path", ein Programmpunkt der Kulturhauptstadt 2025, ins Erzgebirge führt.

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Das Festival mit seinen ungewöhnlichen Orten scheint die Szene zu begeistern. 691 Bewerbungen hatten die Veranstalter auf dem Tisch liegen. 36 Künstler wurden eingeladen.

Sie alle scheinen fasziniert von der Magie dieses verlassenen Ortes, der Magie der Provinz, der Magie der hiesigen Möglichkeiten. Es müssen nicht immer die Galerien schillernder Großstädte sein, in denen bei einem Glas Sekt Exponate verbal seziert werden. Manchmal ist es einfach nur das vergessene Spaßbad, das Künstler - und hoffentlich auch Besucher - in seinen Bann zieht.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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