Mädchen (15) auf Toilette beobachtet: Kommt der Spanner ungestraft davon?

Zwönitz - Was für ein Schock! Am Donnerstag schoss ein Mädchen (15) auf einem öffentlichen Damenklo in Zwönitz (Erzgebirgskreis) ein Selfie. Dabei fotografierte sie einen Mann, der über die Kabine schaute und die 15-Jährige beobachtete (TAG24 berichtete).

Ein Mädchen (15) fotografierte in Zwönitz einen Spanner auf einem Damenklo.
Ein Mädchen (15) fotografierte in Zwönitz einen Spanner auf einem Damenklo.  © Screenshot/facebook.com

Anschließend stellte das Mädchen das Foto auf Facebook. Das Posting würde über 1000 Mal geteilt, mittlerweile aber wieder gelöscht. Durch einen Hinweis konnte die Polizei den Spanner ermitteln. Die Beamten seien bereits bei ihm gewesen. 

Doch welche Strafe erwartet der Spanner nun? Offenbar keine! Denn das alleinige Schauen über eine Toilettenwand sei in Deutschland nicht strafbar, sagte die Staatsanwaltschaft der Freien Presse.

Ein Blick ins Strafgesetzbuch bestätigt die Aussage: Eine sexuelle Belästigung (§184i) liegt in diesem Fall nicht vor. Denn der Mann hatte das Mädchen nicht berührt.

Auch eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen (§201a) liegt in diesem Fall nicht vor - der Spanner hatte die Jugendliche weder fotografiert noch gefilmt. 

Eine Beleidigung (§185) kommt ebenfalls nicht infrage. Der Mann hatte sich nicht verbal gegenüber dem Mädchen geäußert, sondern still und heimlich über die Toilettenwand geschaut.

Da es sich um eine öffentlich zugängliche Toilette handelt, scheidet auch ein Hausfriedensbruch (§123) aus. Der Strafbestand wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses (§183a) ist ebenfalls nicht gegeben, da der Mann öffentlich keine sexuellen Handlungen an sich vornahm.

Fazit: Der Spanner macht sich laut dem Strafgesetzbuch vorerst nicht strafbar! 

Allerdings beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft weiter mit dem Fall. Denn es müsse geprüft werden, wie bekleidet das Mädchen war und ob der Mann vorbestraft ist. So laufen die Ermittlungen weiter.

Nach diesem Schock gehe es dem Mädchen wieder besser, sagte die Mutter der Freien Presse. Auf öffentliche Toiletten werde die Jugendliche künftig aber nicht mehr gehen.

Titelfoto: Screenshot/facebook.com

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