Gift im Kaffee! Bis zu 190 Patienten und Ärzte trinken "Schneckenkorn" in Krankenhaus-Küche

Murnau am Staffelsee - In eine Kaffeemaschine im Unfallklinikum Murnau hat ein Unbekannter Metaldehyd - auch "Schneckenkorn" genannt - in die Großkaffeemaschine getan.

Schneckenkorn im Kaffee: In der Unfallklinikum Murnau hat ein Unbekannter Gift in die Kaffeemaschine gemischt.
Schneckenkorn im Kaffee: In der Unfallklinikum Murnau hat ein Unbekannter Gift in die Kaffeemaschine gemischt.  © 123RF/artoleshko

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Freitag bekannt gab, wurde die zuerst "unbekannte Substanz" am Donnerstag während der regelmäßigen Reinigung entdeckt.

Die alarmierten Experten des Bayerischen Landeskriminalamts konnten die Substanz schließlich identifizieren.

"Nach dem aktuellen Kenntnisstand könnten bis zu 190 Personen Kaffee aus der betroffenen Kaffeemaschine konsumiert haben, zum jetzigen Zeitpunkt sind noch keine Mitteilungen über mögliche symptomatische Folgen eingegangen", heißt es in einer Mitteilung.

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"Nach Experteneinschätzung sind nach den derzeitigen Informationen bei den Betroffenen keine gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten." Gemeldet hatte sich noch kein mögliches Opfer.

Die Kripo in Garmisch-Partenkirchen führt, gemeinsam mit der dafür zuständigen Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen. Im Raum steht der Verdacht der versuchten gefährlichen Körperverletzung.

Einen konkreten Verdacht, wer hinter dem Vorfall stecken könnte, gibt es derzeit noch nicht. Welcher Zeitraum zwischen der Vergiftung und der routinemäßigen Reinigung an dem Gerät in der Hauptküche lag, wurde noch nicht konkretisiert.

Bei Problemen nicht nur Arzt, sondern auch Polizei informieren

Auch wenn die Polizei aktuell davon ausgeht, dass es vermutlich keine Vergiftungserscheinungen geben wird, sollen sich im Falle von gesundheitliche Beschwerden die betroffenen melden.

Unter der Telefonnummer 08821/9170 erreicht man die Kriminalpolizeistation Garmisch-Partenkirchen.

"Eine Information aller betroffener Beschäftigen und Patienten erfolgte durch das Unfallklinikum Murnau", gab die Polizei bekannt.

Wer über gesundheitliche Probleme klagt, soll - so die Empfehlung der Ermittler - umgehend einen Arzt aufsuchen.

Titelfoto: 123RF/artoleshko

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