Wenn das Eis bricht, zählt jede Sekunde: Diese Tipps können Leben retten!

München - "Jeden Winter brechen Kinder und Erwachsene auf noch nicht tragfähigen Eisflächen ein." Ein kleiner Satz, der auf große Gefahren hinweist.

Schlittschuhlaufen in der freien Natur ist besonders beliebt. Wenn man achtsam ist, bleibt es ein Spaß bis zum Ende. (Symbolbild)
Schlittschuhlaufen in der freien Natur ist besonders beliebt. Wenn man achtsam ist, bleibt es ein Spaß bis zum Ende. (Symbolbild)  © Patrick Seeger/dpa

Die Münchner Feuerwehr eröffnet mit diesen Worten eine Pressemitteilung.

Sie soll die Menschen sensibilisieren, Situationen besser einzuschätzen und im Ernstfall richtig zu reagieren.

Denn in einer Notsituation zählt sprichwörtlich jede Sekunde: "Im kalten Wasser kann sich ein Mensch in der Regel nur etwa drei Minuten über Wasser halten."

Die Bewegungseinschränkung durch Schlittschuhe und das Gewicht dicker, vollgesogener Bekleidung macht die Situation schon für Erwachsene nicht leichter. Aus diesem Grund hoffen die Einsatzkräfte, mögliche Unfälle bereits im Vorfeld zu verhindern, wenn die Menschen entsprechend vorbereitet sind.

Mit dazu gehört, auf einzelne Details zu achten. Abgesehen davon, dass Verbotsschilder nicht zum Spaß aufgestellt werden und Warnungen in den Medien ebenso zu beachten sind, bleiben noch weitere Möglichkeiten für den Einzelnen.

Der wohl wichtigste Punkt ist natürlich das Abschätzen der Tragfähigkeit des Eises: "Die Stärke der Eisschicht sollte mindestens 15 Zentimeter betragen", teilt die Feuerwehr als Orientierungshilfe mit.

Doch auch die lokalen Umstände müssen beachtet werden: "Vorsicht in der Nähe von Brückenpfeilern, Schilf und ähnlichen Objekten, die das Eis durchbrechen."

Helfender Notfall-Trick für alle Smartphones

Unter der inzwischen europaweit einheitlichen Notruf-Nummer 112 erreicht man die Rettungskräfte. (Symbolbild)
Unter der inzwischen europaweit einheitlichen Notruf-Nummer 112 erreicht man die Rettungskräfte. (Symbolbild)  © 123RF/wirestock

Absolute Basics sind zudem Regeln wie "Lassen Sie Kinder eine Eisfläche nicht unbeaufsichtigt betreten" oder "Gehen Sie nicht auf die Eisflächen fließender Gewässer". In einem stehenden Gewässer, wie einem See oder Weiher, bleibt der Körper in der Nähe der Bruchstelle.

Bricht man beispielsweise in einem Fluss ein, kann man sehr schnell von der Öffnung im Eis weggetrieben werden. Die Folgen kann sich jeder selbst ausmalen. "Wasserflecken und Verfärbungen können Hinweise auf brüchige Stellen sein", heißt es weiter.

Aber was tun, wenn der Ernstfall eintritt und ein Mensch im Eis einbricht? Dann muss man schnell den Notruf unter der europaweit einheitlichen Nummer 112 wählen. Wichtiger Tipp in Zeiten von Fingerabdruck-Sensoren, Touchscreens und Handschuhen im Winter: Man erreicht den Notfall-Bildschirm auf jedem gängigen Smartphone sofort durch einen einfach Trick: 5x die haptische Power-Taste am Rahmen des Telefons klicken.

"Nähern Sie sich dem Eingebrochenen liegend, mit einer möglichst großen Auflagefläche. Am besten benutzen Sie eine Leiter oder ein Brett", raten die Rettungskräfte weiter. "An vielen Münchner Gewässern stehen Rettungsgeräte für den Notfall zur Verfügung. Vorsicht! An der Einbruchstelle ist das Eis sehr brüchig - auch für Sie!"

Mit Kleidungsstücken, Abschleppseilen, Stangen und Stöcke könnte man dem Verunglückten eine helfende Armverlängerung reichen.

Titelfoto: Patrick Seeger/dpa

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