Wird alles besser? 160 Kilometer Bahnstrecken in Bayern sollen verschwinden

München - Bahnfahrten auf den vielen eingleisigen Strecken in Bayern erinnern oft an Zeitreisen - und haben negative Folgen. Um die Zahl der Dauerverspätungsherde zu reduzieren, nimmt der Freistaat deshalb eigenes Geld in die Hand.

Es steht viel Arbeit an in Bayern. (Symbolbild)
Es steht viel Arbeit an in Bayern. (Symbolbild)  © Daniel Vogl/dpa

Zur Verbesserung des auch im Jahr 2024 noch vielerorts oft rückständigen Bahnnetzes geht der Freistaat für einen Ausbau von zehn bislang eingleisigen Schienenabschnitten in Vorkasse.

Für sieben Abschnitte seien demnach bereits Planungsleistungen beauftragt worden, für drei weitere solle dies noch in diesem Jahr geschehen, teilte das Bau- und Verkehrsministerium am heutigen Mittwochmittag in München mit.

Hochbelastete eingleisige Strecken im Netz der Bahn sind Flaschenhälse und Verspätungsherde.

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"Es gibt sie allerdings noch überall in Bayern", hieß es seitens der Verantwortlichen zum Stand.

Konkret seien für die Strecken Neu-Ulm Finningerstraße - Senden, Kellmünz - Pleß, Aufhausen - St. Koloman, Steinebach - Seefeld-Hechendorf, Petershausen - Eisenbahnüberführung Glonn, Wörth - Loiching und Uffing - Murnau bereits Planungsleistungen beauftragt worden. Für die weiteren Streckenabschnitte Eschenlohe - Oberau, Bayreuth - Bayreuth-Dürschnitz sowie Obernburg-Elsenfeld - Glanzstoffwerke werde genau dies noch in diesem Jahr ebenfalls geschehen.

Bayern will zunächst die Planungen finanzieren. Ziel sei eine Förderung aus Bundesmitteln, hieß es.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: "Es ist höchste Eisenbahn"

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (60, CSU) hat die Bedeutung der Maßnahmen für den Freistaat betont.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (60, CSU) hat die Bedeutung der Maßnahmen für den Freistaat betont.  © Pia Bayer/dpa

Die Förderhöhe betrage bis zu 75 Prozent der förderfähigen Kosten. Um die Förderung entsprechend beantragen zu können, muss aber eine fertige Planung einschließlich eines positiven Nutzen-Kosten-Verhältnisses vorliegen.

CSU und Freie Wähler hatten sich auf diese Vorgehensweise im Koalitionsvertrag geeinigt.

Sofern sinnvoll und machbar, sollen in die jeweiligen Projekte weitere Verbesserungen integriert werden, etwa eine Anhebung der Streckengeschwindigkeit oder der barrierefreie Ausbau von Bahnhöfen im Freistaat.

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Für den Neu- und Ausbau von Schienenstrecken und die Finanzierung ist der Bund zuständig.

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 sind allerdings nur fünf Abschnitte im Bereich der Strecken München - Mühldorf - Freilassing und Schwandorf - Furth im Wald für den zweigleisigen Ausbau vorgesehen.

"Das kann nur ein Anfang sein. Es ist höchste Eisenbahn, dass Bund und DB InfraGO die Infrastruktur auf Vordermann bringen", sagt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (60, CSU).

In Summe umfassen die Abschnitte aus dem Bundesverkehrswegeplan als auch die zehn weiteren Abschnitte 160 Kilometer - bis wann diese dann wirklich verschwunden sind, ist aber noch völlig unklar.

Titelfoto: Daniel Vogl/dpa

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