Isolationspflicht endet, Maskenpflicht im Nahverkehr könnte folgen

Hannover - Wer sich mit dem Coronavirus infiziert, muss sich ab dem 1. Februar in Niedersachsen nicht mehr verpflichtend häuslich isolieren.

Daniela Behrens (54, SPD): "Wir befinden uns nach Ansicht der Expertinnen und Experten des Landesgesundheitsamtes mittlerweile in einer Phase, in der das Coronavirus in Deutschland und Niedersachsen einen endemischen Zustand erreicht und damit einen Großteil seines Schreckens verloren hat."
Daniela Behrens (54, SPD): "Wir befinden uns nach Ansicht der Expertinnen und Experten des Landesgesundheitsamtes mittlerweile in einer Phase, in der das Coronavirus in Deutschland und Niedersachsen einen endemischen Zustand erreicht und damit einen Großteil seines Schreckens verloren hat."  © Carsten Koall/dpa

Das kündigte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (54, SPD) am Donnerstag in Hannover an.

Die entsprechende Verordnung tritt mit Ablauf des 31. Januar außer Kraft und wird nicht erneut verlängert. Auch die Maskenpflicht im Nahverkehr soll laut Behrens im Februar enden - ein konkretes Datum nannte die Ministerin noch nicht.

In Bremen endet die Corona-Isolationspflicht am gleichen Tag wie in Niedersachsen, wie ein Sprecher des Gesundheitsressorts sagte.

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"Wir befinden uns nach Ansicht der Expertinnen und Experten des Landesgesundheitsamtes mittlerweile in einer Phase, in der das Coronavirus in Deutschland und Niedersachsen einen endemischen Zustand erreicht und damit einen Großteil seines Schreckens verloren hat", sagte die Ministerin.

Dies liege vor allen an den guten Impfquoten und der hohen Grundimmunität in der Bevölkerung. Daher sei das Auslaufen der Isolationspflicht vertretbar und der richtige Schritt Richtung Normalität im Umgang mit dem Virus, sagte Behrens.

Mit der sogenannten Absonderungsverordnung muss bis Ende Januar noch ein positiver Schnelltest mit einem PCR-Test überprüft werden.

Wer entsprechende Symptome hat, soll sich auch in Zukunft weiterhin testen, im Krankheitsfall zu Hause bleiben und Kontakte reduzieren, appellierte die Ministerin.

Behrens rief insbesondere ältere und vorerkrankte Menschen auf, ihren Corona-Impfschutz zu überprüfen.

Wird die Maskenpflicht im Nahverkehr abgeschafft?

Nicht betroffen von der Lockerung der Maskenpflicht im Nahverkehr sind Reisen im Fernverkehr, etwa mit der Deutschen Bahn. (Symbolbild)
Nicht betroffen von der Lockerung der Maskenpflicht im Nahverkehr sind Reisen im Fernverkehr, etwa mit der Deutschen Bahn. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Bei der Maskenpflicht gibt es hingegen noch kein konkretes Datum, ab wann Fahrgäste diese im Nahverkehr nicht mehr verpflichtend tragen müssen.

"Wir befinden uns zu diesem Thema weiter in sehr enger Abstimmung mit der Bundesregierung sowie den Kolleginnen und Kollegen in Bremen und Hamburg", sagte die Ministerin. Behrens betonte, man strebe zeitnah eine gemeinsame Lösung an.

So soll verhindert werden, dass beispielsweise Pendlerinnen und Pendler auf ihrem Weg zur Arbeit unterschiedliche Regeln beachten müssen.

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Das ist derzeit in Schleswig-Holstein und Hamburg der Fall. In der Hansestadt muss weiterhin Maske getragen werden im Nahverkehr, im nördlichsten Bundesland hingegen nicht. Weitere Bundesländer hatten bereits ein Ende der Maskenpflicht angekündigt oder dies bereits umgesetzt, etwa Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern.

Nicht betroffen von der Lockerung der Maskenpflicht im Nahverkehr sind Reisen im Fernverkehr, etwa mit der Deutschen Bahn. Dort gilt die Pflicht noch bis Anfang April über das Infektionsschutzgesetz.

Ob die Regel womöglich früher endet, ist bislang noch nicht bekannt.

Behrens berichtete von einer verhältnismäßig niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) zeigte sich zuletzt wegen der neuen Variante, die im Nordosten der USA erstmals im Oktober auffiel und seit Mitte Dezember das Infektionsgeschehen dort dominiert, besorgt.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) zeigte sich zuletzt wegen der neuen Variante, die im Nordosten der USA erstmals im Oktober auffiel und seit Mitte Dezember das Infektionsgeschehen dort dominiert, besorgt.  © Carsten Koall/dpa

Die Belegung der Intensivbetten mit Covid-Patienten lag am Donnerstag in Niedersachsen nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 3,3 Prozent - das war der niedrigste Wert seit rund sechs Wochen.

Behrens berichtete von einer verhältnismäßig niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz mit knapp unter 200 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Die SPD-Politikerin geht wegen weniger Tests allerdings von einem hohen Dunkelfeld bei den Infektionen aus.

Mit Blick auf die Sublinie XBB.1.5 der Coronavirus-Variante Omikron sagte die Ministerin, sie gehe davon aus, dass diese in der Zukunft die dominante Variante werde.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) hatte sich in der vergangenen Woche besorgt gezeigt wegen der neuen Variante, die im Nordosten der USA erstmals im Oktober auffiel und seit Mitte Dezember das Infektionsgeschehen dort dominiert. Der Bremer Epidemiologie Hajo Zeeb hatte gesagt, man könne relativ sicher sagen, dass XBB.1.5 in den kommenden Monaten auch in Deutschland die dominante Variante werde.

Anlass zu großer Sorge gebe es aber nicht.

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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