Auf frischer Tat ertappt: Tanker-Besatzung entsorgt Müll in der Nordsee
Nordsee - Dreiste Müllentsorgung in der Nordsee! Die Bundespolizei hat die Besatzung eines liberianischen Tankers auf frischer Tat ertappt.
Das Schiff hatte am Sonntag den Nord-Ostseekanal befahren und fiel den Beamten anschließend durch abweichende Fahrmanöver im Bereich kritischer maritimer Infrastruktur auf, teilte die Bundespolizei mit.
Die Leitstelle schickte das Einsatzschiff BP83 Bad Düben zur Kontrolle des Tankers. Die Bundespolizisten blieben zunächst auf Distanz und starteten eine Drohne, mit der das Schiff und die zurückgelegte Strecke kontrolliert wurden.
Im Gewässer konnten die Beamten nichts Verdächtiges entdecken. Doch als die Polizei aus der Luft einen genaueren Blick auf das mittlerweile treibende Schiff warf, kam der dreiste Vorfall ans Tageslicht.
Die Drohne zeichnete auf, wie die Besatzung den Inhalt mehrerer Müllsäcke in der Nordsee versenkte.
Als die Bundespolizei den Tanker anfunkte, gab die Crew zunächst an, weder eine Tankwaschung noch andere Substanzen ins Meer geleitet zu haben.
Kapitän kommt mit einer Belehrung davon
Erst durch die Konfrontation mit den Aufnahmen knickte die Besatzung ein. Der Kapitän meldete sich und gab an, dass ein Crew-Mitglied zerkleinerte Lebensmittel in den deutschen Gewässern entsorgt habe.
Der Kapitän wurde belehrt, die Besatzung verwarnt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie wird den Fall weiter verfolgen.
Die Entsorgung zerkleinerter Lebensmittel in Meeren ist Schiffen grundsätzlich erlaubt, allerdings nur während der Fahrt auf der Kurslinie und mit festgelegter Entfernung zum Festland.
"Die Nord- und Ostsee gelten dabei als schützenswerte Sondergebiete", heißt es in der Mitteilung.
Titelfoto: Bundespolizeiinspektion See Cuxhaven

