Buckelwal "Timmy" atmet schwächer: Weitere Proteste geplant

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Niendorf/Wismar/Poel - Wochenlang versuchten Rettungskräfte einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen - ohne Erfolg. Nun ist klar: Der Wal wird sterben. TAG24 berichtet im Liveticker.

Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, wo er wohl seine letzten Lebenstage verbringen wird.
Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, wo er wohl seine letzten Lebenstage verbringen wird.  © Daniel Müller/Greenpeace Germany/dpa

Nachdem der Buckelwal am Montag, dem 23. März, auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche. Nachdem sich der Ozeanriese doch befreien konnte, strandete er wenig später mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).

Das Tier schwamm daraufhin in verschiedene Richtungen, strandete schließlich am Dienstag vergangener Woche (31. März) kurz vor der Insel Poel. Erneut versuchten mehrere Boote, ihn zum Schwimmen zu animieren - jedoch ohne Erfolg.

Mittlerweile sind sich die Experten einig: Der Wal wird nicht überleben. Laut Umweltminister Till Backhaus verschlechtert sich sein Zustand weiter.

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Eine Lebensrettung wird mittlerweile ausgeschlossen, der Wal soll an seinen letzten Tagen in Ruhe gelassen werden.

12. April, 13.35 Uhr: Weitere Proteste in Kirchdorf geplant

Auch am Sonntag sollte von 12 bis 16 Uhr wieder eine Versammlung am Hafen in Kirchdorf stattfinden.

Gegen Mittag seien 80 Menschen vor Ort gewesen, wie die Polizei mitteilte.

12. April, 13.25 Uhr: Erneuter Rettungsversuch scheiterte

Auf einen spontanen Mobilisierungsversuch am Samstag, bei dem unter Wasser die eigenen Walgesänge des Tiers abgespielt wurden, habe der Buckelwal nicht reagiert.

Der Versuch, den Wal so zu ermutigen, sich selbst zu befreien, sei zuvor mit dem deutschen Meeresmuseum abgestimmt worden.

Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte.

Man habe sich jedoch aufgrund der starken Walgesänge in den Nächten zuvor am Samstag für einen erneuten Versuch entschieden.

12. April, 13.15 Uhr: Wal "Timmy" atmet schwächer

Der vor der Insel Poel gestrandete Wal atmet im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer.

Es werde zudem untersucht, ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein Anzeichen eines nahen Ablebens sein könnte, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums mitteilte.

Es gebe keine Hinweise auf eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes.

Zwar seien leichte Bewegungen der Schwanzflosse beobachtet worden, nach fachlicher Einschätzung sei das jedoch kein Hinweis auf eine gesundheitliche Verbesserung.

Der Buckelwal atmet am Sonntag schwächer im Vergleich zu den letzten Tagen.
Der Buckelwal atmet am Sonntag schwächer im Vergleich zu den letzten Tagen.  © Marcus Golejewski/dpa

12. April, 8.10 Uhr: Buckelwal hat eine weitere Nacht überstanden

Auch am Sonntagmorgen atmet Meeressäuger "Timmy" noch.

Der Ozeanriese hat die Nacht zu Sonntag überstanden. Im Livestream von NEWS5 sind in regelmäßigen Abständen Fontänen über dem Wal zu erkennen.

11. April, 15.52 Uhr: Zahlreiche Menschen protestieren für Wal-Rettung

Am Samstag versammelten sich etwa 170 Menschen zunächst in Wismar und zogen schließlich weiter nach Kirchdorf auf der Insel Poel.

Dabei hielten die Demonstrierenden einige Plakate in die Luft und forderten lautstark unter anderem Hilfe für den gestrandeten Buckelwal.

Auch die Polizei war vor Ort. Insgesamt sei der Protest zwar emotional, aber friedlich abgelaufen, berichtete NEWS5.

Doch einige Teilnehmende der Demo hatten die Polizeiabsperrungen sogar durchbrochen, um weiter zum Ufer und damit in die Nähe des Wals zu kommen. Dort bildeten sie eine Menschenkette, um für die Rettung des Wals einzutreten.

Nachdem sie bemerkt hatten, dass gerade ein erneuter Mobilisierungsversuch zur Rettung des Wals zugange war, haben sie die Zone wieder verlassen, wie die Sprecherin des Umweltministeriums sagte. Nach dem Vorfall sei die Walwacht nun personell verstärkt worden.

Zahlreiche Menschen erschienen am Samstag zu einem Protest für die Rettung des gestrandeten Buckelwals.
Zahlreiche Menschen erschienen am Samstag zu einem Protest für die Rettung des gestrandeten Buckelwals.  © NEWS5 / Sebastian Peters

11. April, 13.56 Uhr: Wal ist keine Gefahr für die Umwelt

Der vor Wismar gestrandete Buckelwal hat aktuellen Erkenntnissen zufolge keinen Einfluss auf die Wasserqualität in der Wismarbucht in der Ostsee.

Wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns mitteilte, geht von dem sterbenden Tier keine Gefahr für die Umwelt oder öffentliche Gesundheit aus. "Die Proben wurden ausgewertet, und ich kann sagen, dass das Wasser bei dem Wal Badewasserqualität hat", sagte der zuständige Minister Till Backhaus (SPD) in der Pressemitteilung.

Demnach sind keine Grenzwerte überschritten worden. Zuvor war das Landesamt für Gesundheit beauftragt worden, den Zustand des Wassers bei dem Wal vor der Insel Poel zu untersuchen.

Der Wal stellt laut dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern keine Gefahr für die Umwelt dar.
Der Wal stellt laut dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern keine Gefahr für die Umwelt dar.  © Marcus Golejewski/dpa

11. April, 10.15 Uhr: "Timmy" wird weiterhin mit Wasser benetzt

Der vor Wismar gestrandete Wal zeigt weiterhin Lebenszeichen.

Das Tier liege noch an der gleichen Position und gebe Geräusche von sich, berichtet ein dpa-Reporter vor Ort. Demnach stoße der rund zwölf Meter lange Meeressäuger auch regelmäßig Luft aus.

Die aufgebauten Wassersprenger benetzen das verletzte Tier zudem weiter mit Wasser.

Noch immer liegt der Buckelwal vor der Insel Poel: Ein Sprinkler benetzt die Haut des Tieres weiterhin mit Wasser.
Noch immer liegt der Buckelwal vor der Insel Poel: Ein Sprinkler benetzt die Haut des Tieres weiterhin mit Wasser.  © Marcus Golejewski/dpa

11. April, 8.54 Uhr: Buckelwal hat die Nacht überstanden

Im Livestream von NEWS5 vor Ort ist zu sehen, wie der Buckelwal "Timmy" atmet.

Auch die Nacht zu Samstag hat der Ozeanriese überstanden. In gleichmäßigen Abständen sind Fontänen über dem Wal zu erkennen.

10. April, 18.30 Uhr: MediaMarkt-Mitgründer will "Timmy" retten

Auch MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz (80) hat sich zum gestrandeten Wal geäußert. Warum er das Tier nicht aufgeben will, obwohl Experten keine weiteren Rettungsaktionen angekündigt haben? "Ich habe mir schon immer gedacht: Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen", erklärt er im Gespräch mit NEWS5.

"Wenn man es nicht versucht, ist es eine Unterlassung", so der Unternehmer über das im Sterben liegende Tier. Er ist der Meinung, dass es die Verantwortung des Menschen ist, dem Wal zu helfen. Zudem hat er angeboten, die Kosten für eine Rettung zu tragen, sofern es dem Tier helfen würde.

So habe Gunz mit seinen Kontakten nach eigenen Angaben sogar versucht, über juristische Wege eine neue Chance für den Buckelwal zu bekommen. "Ich kann nicht verstehen, warum man nicht von Anfang an versucht hat, mehr zu tun", gesteht der Unternehmer. Dennoch räumt er immer wieder ein, dass er selbst nicht vom Fach sei und kein Biologe ist.

Die Pläne von Gunz zur Rettung des Tiers wurden am Freitag von den Experten diskutiert und abgelehnt. Der Millionär habe unter anderem vorgeschlagen, dem Buckelwal ein Antibiotikum in die Schwanzflosse zu spritzen, mit dem die Abwehrkräfte des Tieres gestärkt werden sollen.

Ein Bagger sollte schließlich ein Loch vor dem Wal graben, damit er langsam ins Wasser rutschen könne. Minister Backhaus sowie weitere Experten sind sich jedoch weiterhin einig: Jede weitere Rettungsaktion wäre eine Quälerei für das Tier.

MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz (80) erklärt in einem Interview, dass er eine Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal auch finanziell unterstützen möchte.
MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz (80) erklärt in einem Interview, dass er eine Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal auch finanziell unterstützen möchte.  © NEWS5 / Sebastian Pieknik

10. April, 17.04 Uhr: Umweltminister über Anfeindungen "tief traurig"

Drohungen gegen Behörden, Wissenschaftler und Helfer häufen sich. Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigt sich dazu "tief betroffen". "Diese aufgeheizte Stimmung, die in Teilen von Social Media abläuft sowie in anderen Bereichen, macht mich traurig, tief traurig", so der Politiker zu dpa.

Er mache den Job seit vielen Jahren, "aber eine solch extreme Situation auch von Anfeindungen und von Vorwürfen, die schlicht und ergreifend unwahr sind, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt".

Backhaus betonte, dass alle versuchen, dem Wal zu helfen und er lasse sich dazu auch extern wissenschaftlich beraten. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe aktuell die Begleitung des Wals "bis zur letzten Minute". Er sei dankbar für den Einsatz der freiwilligen Helfer rund um die Strandung.

Titelfoto: Marcus Golejewski/dpa

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