Anholt - Traurige Nachrichten von der Insel Anholt: Dänische Behörden sind sich sicher, dass es sich bei dem toten Buckelwal um "Timmy" handelt!
Wie das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns am Samstagnachmittag mitteilte, handelt es sich bei dem Kadaver vor der Insel Anholt um die sterblichen Überreste des Buckelwals "Timmy".
Experten der dänischen Umweltbehörden hätten dies zweifelsfrei festgestellt. Mitarbeiter der Behörde haben am Samstag den Tracker gefunden, der von der privaten Rettungsinitiative an dem Ozeanriesen befestigt wurde.
Das Ortungsgerät befinde sich nun im Besitz der dänischen Regierung.
"Viele Menschen haben großen Anteil an dem Schicksal des Tieres genommen und gehofft, dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen", so Umweltminister Till Backhaus (67, SPD).
Weiteres Vorgehen mit "Timmy"-Kadaver noch unklar
"Auch ich habe diese Hoffnung geteilt. Aufgrund der privaten Initiative um Karin Walter-Mommert und Walter Gunz hatte das Tier eine letzte Chance, die Freiheit und die Gesundheit wiederzuerlangen", so Backhaus.
Auch Wissenschaftler hätten das Überleben des Wals trotz des schlechten Gesundheitszustandes nicht ausschließen können.
"Leider hat das Tier seine Chance nicht nutzen können. Es ist mir aber wichtig, zu betonen, dass die Duldung des Rettungsversuchs keine Wissenschaftskritik darstellt. Ich halte es für absolut menschlich, auch die geringste Chance zu nutzen, wenn es um ein Leben geht", rechtfertigte sich der Umweltminister.
Wie es weitergeht, sei laut Backhaus noch unklar. "Es wird nun mit den dänischen Behörden zu klären sein, was weiter mit dem toten Tier geschehen soll. Dazu werden wir auch Gespräche mit der privaten Inititative zur Rettung des Wals führen."
"Timmy" hielt die Menschen wochenlang in Atem
Der Ozeanriese wurde erstmals am 3. März im Wismarer Hafen gesichtet. Am 23. März strandete der Meeressäuger auf einer Sandbank bei Niendorf. Das Tier konnte sich nach vier nervenaufreibenden Tagen und aufwendigen Baggerarbeiten selbst befreien, strandete aber nur einen Tag später in der Wismarer Bucht.
Am 1. April wurden die dortigen Rettungsversuche abgebrochen, da sich der Zustand des Buckelwals zunehmend verschlechterte. Rund zwei Wochen später gab das Umweltministerium die Verantwortung an eine private Rettungsinitiative ab, die das Tier schließlich in einer Barge bis in die Nordsee schleppte.
Am 2. Mai wurde "Timmy" schließlich in Skagerrak in die Freiheit entlassen. Dort verlor sich seine Spur, da der angebrachte Peilsender kaum Daten lieferte.
Am Donnerstag strandeten die sterblichen Überreste von "Timmy" schließlich vor der Insel Anholt.
Erstmeldung um 16.10 Uhr, aktualisiert um 17.06 Uhr.