Sassnitz - Am Donnerstagnachmittag haben sich auf der Ostsee dramatische Szenen abgespielt: Die Seenotretter mussten einen schwer seekranken Segler an Land bringen.
Gegen 16.30 Uhr empfing die Funkleitstelle in Bremen einen nur sehr schwer verständlichen Notruf, der östlich der Insel Rügen verortet werden konnte, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Freitag mitteilte.
Die nur bruchstückhafte Nachricht deutete auf einen medizinischen Notfall hin. Da die Verbindung jedoch abriss und nicht erneut zustande kam, konnte die genaue Position der Havaristen nicht sofort ermittelt werden.
Das war erst möglich, nachdem die polnische Fähre "Polonia" einen weiteren, diesmal deutlichen Funkspruch auffangen konnte. Daraus ging hervor, dass sich die Hilfesuchenden etwa 37 Kilometer östlich von Rügen befanden - und dringend medizinische Hilfe benötigten.
Sofort wurden die Seenotretter in Sassnitz informiert und ein Rettungshubschrauber angefordert. Zudem beteiligte sich das Marine-Boot "Bad Bevensen", das sich gerade in der Nähe befand, an der Rettungsaktion.
Raue See: Rettungsteam kann sich nicht auf Segelboot abseilen
Der Hubschrauber konnte die in Not geratene Crew zuerst ausmachen. Allerdings war es dem Notarzt und der Sanitäterin nicht möglich, sich bei starkem Wind und Wellengang auf das 7,5 Meter lange Segelboot herunterzulassen.
Stattdessen seilten sie sich auf den Seenotrettungskreuzer "Harro Koebke" ab und eilten den Seglern mit dessen Tochterboot "Notarius" zu Hilfe.
Der schwer seekranke Mann wurde zunächst an Bord des Seglers versorgt und anschließend von der "Notarius" übernommen und nach Sassnitz gebracht, wo er schließlich gegen 20.15 Uhr dem Rettungsdienst übergeben werden konnte.
Die "Bad Bevensen" nahm derweil den zweiten Segler auf, während das Minenjagdboot der Bundeswehr das Segelboot in Richtung Rügen schleppte.
Nachdem die "Notarius" den Patienten übergeben hatte, übernahm sie schließlich auch das zweite Crewmitglied und brachte das Segelboot in den Hafen von Rügen zurück.