Großenbrode - Eine Zitterpartie im eiskalten Gewässer: Am Dienstag rückten die Seenotretter zu einem dramatischen Einsatz aus: Ein Kitesurfer war im offenen Bereich des Großenbroder Binnensees ins Eis eingebrochen und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.
Starker Ostwind mit bis zu 61 km/h sorgt auf dem zur Ostsee hin offenen Binnensee normalerweise für ideale Bedingungen zum Kitesurfen. Das dachten sich offenbar auch zwei Männer aus Lübeck, die den Starkwind für ihren Sport nutzen wollten.
Die Besatzung des dort stationierten Seenotrettungskreuzers BREMEN hatte die beiden Wassersportler zunächst im Blick. Doch dann verlor einer der Kiter sein Board.
Zunächst machten sich beide Sportler danach gemeinsam über den zugefrorenen Teil des Sees wieder auf den Weg Richtung Ufer. Doch plötzlich kehrte einer der Männer wieder um - offenbar, um sein verlorenes Board zu bergen.
Wenige Minuten später dann das Unglück: Der Kitesurfer, bekleidet mit einem Neoprenanzug, brach ins Eis ein und kam nicht mehr heraus.
Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte, reagierten die Seenotretter sofort und ließen das Tochterboot VEGESACK zu Wasser. An der Unglücksstelle angekommen zeigte sich: Der Mann steckte im schlammartigen, brüchigen Eis fest.
Seenotretter bergen Kitesurfer aus Eiswasser
Fachleute sprechen von sogenanntem "Eisgries". Dabei befindet sich die Eisdecke in einer tückischen Gefrierungsphase. Dabei wirkt sie zwar dick, ist aber trüb, extrem brüchig und noch ohne festen Zusammenhalt.
Aus eigener Kraft hätte der Wassersportler nach Angaben der DGzRS keine Chance gehabt, wieder an Land zu gelangen. Auch die Temperaturen von minus drei Grad in der Luft und rund null Grad im Wasser kamen dem Sportler nicht gerade zugute.
Schließlich gelang es den Rettern, so weit an den Verunglückten heranzufahren, dass er sich mühsam selbst durch das Eis bis zum Boot bewegen konnte.
Auch das verlorene Kiteboard konnte geborgen werden. Anschließend brachten die Seenotretter den Mann sicher an Land.