Kommt jetzt doch noch die spektakuläre Buckelwal-Rettung?

Niendorf/Wismar/Poel - Anderthalb Wochen versuchten Rettungskräfte einen gestrandeten und zwischendurch wieder befreiten Buckelwal in der Ostsee zurück ins offene Meer zu führen. Nun scheint klar: Seine Situation ist aussichtslos! TAG24 berichtet im Liveticker.

Der Buckelwal befindet sich nach wie vor vor der Insel Poel, wo er wohl seine letzten Lebenstage verbringen wird.  © Florian Manz/Greenpeace Germany/dpa

Nachdem der Buckelwal am Montag, dem 23. März, auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein) gestrandet war, scheiterten mehrere Rettungsversuche. Als sich der Ozeanriese doch noch befreien konnte, strandete er wenig später mehrfach vor Wismar (Mecklenburg-Vorpommern).

Nachdem das Tier daraufhin in verschiedene Richtungen geschwommen war, strandete der Wal am Dienstag kurz vor der Insel Poel.

Erneut versuchten mehrere Boote, ihn zum Schwimmen zu animieren - ohne Erfolg.

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Mittlerweile sind sich die Experten einig: Der Wal wird nicht überleben! Laut Umweltminister Till Backhaus verschlechtert sich sein Zustand.

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5. April, 16.10 Uhr: Wird der Wal doch noch gerettet?

Gibt es doch noch ein Wunder? Wie Umweltminister Till Backhaus am Sonntagnachmittag erklärte, werde derzeit die Option geprüft, den Wal mit einem Katamaran in die Nordsee zu bringen. "Der ist verfügbar und in Dänemark, da wird verhandelt", sagte er.

Bei der möglichen Rettungsaktion sollen Gurte unter dem Wal durchgespült und das Tier dann aufgenommen werden. Zunächst soll am Dienstag aber gesundheitliches Gutachten erstellt werden, ob überhaupt eine Überlebenschance bestehe.

"Dem Tier darf nichts passieren", machte Backhaus deutlich. "Und er muss die Chance zum Überleben haben." Der Politiker betonte erneut, dass es dem Wal "wirklich ganz schlecht" gehe.

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5. April, 14.07 Uhr: Umweltminister Till Backhaus hat wieder ein wenig Hoffnung

Der Wasserspiegel ist in der Bucht vor der Insel Poel leicht angestiegen. Auf Videoaufnahmen sind vermeintliche Bewegungen des Buckelwals zu sehen.

Auf die Frage eines NEWS5-Reporters vor Ort, ob diese Bewegungen eine Bedeutung für den Zustand des Tieres haben, antwortete der Minister: "Seine Bewegungen zeigen, dass der Wal lebt. Wenn das Wasser weiter steigt, es ein Wunder gibt, was den Wal betrifft, wäre das ein Riesenglück."

Er verglich dieses "mögliche Wunder" zu Ostern mit der Auferstehung.

5. April, 13.55 Uhr: Umweltminister Till Backhaus ist auch am Ostersonntag vor Ort

"Wir werden eine Probe im direkten Umfeld des Wals entnehmen und dies mit den Wissenschaftlern noch einmal auswerten", sagte der Umweltminister Till Backhaus.

Am Dienstag möchte der Minister ein Guthaben vorliegen haben von verschiedenen international anerkannten Experten zum Gesamtzustand des Tieres. Die Gruppe aus Experten soll auch selbst vor Ort sein und den Wal begutachten. Anschließend würden daraufhin dann weitere Entscheidungen getroffen werden.

Am aktuellen Gesundheitszustand des Wales habe sich jedoch nichts Wesentliches verändert. "Was man sagen kann, er atmet in Abständen zwischen zwei und fünf Minuten", so Backhaus.

Der Umweltminister geht davon aus, dass das sowohl an äußeren Einflüssen wie dem Schiffsverkehr oder auch an seinen Schmerzen liegen könnte.

"Wir suchen den ganzen Tag nach Lösungen, wie wir dem Tier helfen können, deswegen glaube ich ganz fest daran, dass wir das mit bestem Wissen und einem reinen Gewissen tun", erklärte der Umweltminister.

Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), ist auch am Ostersonntag vor Ort auf der Insel Poel, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.  © Marcus Golejewski/dpa

5. April, 11.56 Uhr: Expertenteam soll Wasserproben entnehmen

Obwohl sich der Zustand des Buckelwals laut einem Sprecher des Umweltministeriums in Vergleich zu den letzten Tagen nicht verändert hat, sei nach Informationen von NEWS5 ein Expertenteam auf dem Weg zu der Insel Poel.

Diese sollen vor Ort möglichst nah am Tier Wasserproben entnehmen, um den Salzgehalt in der direkten Umgebung des Wals zu messen. Aufgrund dieser Erkenntnisse soll dann ein neues Gutachten erstellt werden.

Ob durch diese Informationen eine weitere Rettungsaktion im Raum steht, ist derzeit noch völlig unklar.

Auch Umweltminister Backhaus soll sich noch heute selbst ein Bild von der Situation vor Ort machen.

5. April, 9.07 Uhr: Lage des Tiers unverändert

Der Buckelwal atmet am Morgen des Ostersonntags noch. Wie die vergangenen Tage sei die Situation des Tieres vor der Insel Poel unverändert, erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums.

Demnach laufe die Betreuung des rund zwölf Meter langen Ozeanriesen weiter wie geplant. Der Wal wird rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig durch Feuerwehrleute mit Wasser benetzt.

"Die Positionierung der Wassersprenger muss aufgrund des Wetters gegebenenfalls angepasst werden", sagte der Sprecher. An der Ostseeküste rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Ostersonntag mit starken Windböen.

Nach Ostern soll der Wal erneut von Fachleuten begutachtet werden.

Feuerwehrleute sollen den Wal auch weiterhin regelmäßig mit Wasser benetzen.  © Marcus Golejewski/dpa

5. April, 7.40 Uhr: Wal hat die Nacht überstanden

Am Ostersonntag liegt der Buckelwal noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel. Die Nacht von Samstag auf Sonntag hat das Tier überstanden.

Zum Zustand des Buckelwals: "Alles ist unverändert", bestätigte die Wasserschutzpolizei am Morgen gegenüber TAG24. Besondere Vorkommnisse habe es über Nacht nicht gegeben.

4. April, 16.14 Uhr: Meeresmuseum lehnt Lebendrettung des Wals ab

Auch wenn alles danach aussieht, dass der Buckelwal seine letzten Tage vor der Insel Poel verbringen wird, würden laut Umweltminister Backhaus weiter alle Ideen und Konzepte für seine Rettung geprüft.

Das Deutsche Meeresmuseum teilte am Ostersamstag allerdings mit, nicht an derartigen Planungen beteiligt zu sein und etwaige Maßnahmen für eine Lebendrettung aufgrund enormer Risiken für das Tier abzulehnen.

4. April, 15.30 Uhr: Buckelwal durch Schiffsschraube verletzt?

Gegen 15.30 Uhr hat Umweltminister Backhaus neue Erkenntnisse zum Zustand des Wals bekannt gegeben. Das Tier sei weiterhin am Leben, die Aktivitäten würden jedoch weniger.

Eine weitere Begutachtung habe ergeben, dass der Wal verschiedene Verletzungen habe - womöglich verursacht durch eine Schiffsschraube, wie der Politiker gegenüber NEWS5 erklärte. Es solle nun noch einmal ein tierärztliches Gutachten erstellt werden.

Mittlerweile sei der Wal durch sein Eigengewicht etwa 50 Zentimeter in den Boden eingesackt. "Wir begleiten ihn bis zum Schluss und hoffen immer noch auf ein Wunder", betonte Backhaus.

Immerhin: An den Stellen, an denen das Tier durch die Sprinkleranlage mit Wasser benetzt werde, sei die Temperatur deutlich geringer. Dies habe eine Wärmebildkamera gezeigt.

Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) hat am Ostersamstag neue Erkenntnisse zum Gesundheitszustand des Wals bekannt gegeben.  © NEWS5 / N5 DESK

4. April, 13.50 Uhr: Neues Spezialisten-Team soll zusammengestellt werden

Die Sprinkleranlage der Feuerwehr ist nun umgesetzt worden, da sich die Windverhältnisse geändert haben. Die Situation schaute sich Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) vor Ort an.

"Er atmet alle vier bis fünf Minuten. Das ist ein Signal dafür, dass er relativ ruhig und gelassen ist", erklärt der Politiker im Gespräch mit NEWS5. So würde er unter Stress, beispielsweise wenn sich Boote mit lauten Geräuschen nähern, schneller atmen.

Den Wal weiter mit Wasser durch die Sprinkleranlage zu benetzen halte der Politiker aufgrund der Sonneneinstrahlung weiterhin für sinnvoll. Jetzt solle nochmal geprüft werden, ob die Befeuchtung dem Tier tatsächlich guttue. Außerdem werde geprüft, ob eine Drohne mit Wärmebild eingesetzt werden soll, um die Temperatur des Wals zu messen.

"Wir werden jetzt nochmal ein Team zusammenstellen aus Veterinären, Meeresbiologen und Walspezialisten, die uns den Zustand des Tieres bewerten", erklärt der Politiker das weitere Vorhaben. "Was dieser Wal hier in der Ostsee durchgemacht hat, ist eine reine Qual", nimmt Backhaus Bezug auf die Auswirkungen der mehrfachen Strandungen. "Deshalb müssen wir immer noch mit dem Schlimmsten rechnen." Wiederholt stellt er jedoch klar: "Wir lassen diesen Wal nicht im Stich."

4. April, 13 Uhr: Umweltminister soll auch am Samstag vor Ort sein

Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) hat bereits am Freitag auf einer Demo in Wismar über das Schicksal des Wals gesprochen. So betonte der Politiker unter anderem, dass die Rettung des Tiers praktisch nicht mehr zu realisieren wäre. Offenbar plane Backhaus nun auch am Samstag zu erscheinen, um sich nach den Maßnahmen und den Umständen vor Ort zu erkundigen.

Erneut wies der 67-Jährige am Morgen Kritik am Umgang mit dem Wal zurück. "Wir kümmern uns – bis zur letzten Minute." Die Walwache sei unter anderem durch die Polizei sichergestellt. "Die Situation ist für alle Beteiligten physisch und psychisch sehr belastend und das Engagement nicht selbstverständlich."

Weiterhin werden alle ernstzunehmenden Konzepte geprüft "und zwar aus technischer Sicht aber auch im Hinblick auf den Tierschutz", so Backhaus. Er ist der Meinung, dass sich Fachleute nach den Ostertagen nochmal ein Bild des Gesundheitszustand des Tiers machen sollen.

Zudem sollen in nächster Zeit die Sprinkleranlage der Feuerwehr wegen veränderter Windverhältnisse umgesetzt werden, sodass der Buckelwal bestmöglich weiterhin mit Wasser benetzt werden kann. Aktuell atmet der Wal alle vier bis fünf Minuten und gibt auch Laute von sich.

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