Transportversuch gescheitert: Buckelwal "Timmy" bleibt vorerst an Ort und Stelle

Von Julia Wäschenbach und Iris Leithold

Anholt - Nach erfolglosen Transportversuchen bleibt der Kadaver des als "Timmy" bekannten Buckelwals voraussichtlich über Pfingsten vor der dänischen Urlaubsinsel Anholt liegen.

Der tote Wal soll in einen Hafen in Jütland gezogen werden.  © Marcus Golejewski/dpa

Die dänischen Behörden hatten zunächst probiert, den Wal in tieferes Gewässer zu ziehen, um ihn anschließend in einen Hafen auf dem Festland zu bringen. "Es ist nicht gelungen, den geplanten Transport durchzuführen", teilte Jane Hansen von der dänischen Umweltbehörde mit. Stattdessen stecke der Wal nun auf einer Sandbank fest.

Die Aktion sei deshalb vorübergehend unterbrochen worden, "während die Einsatzkräfte alternative Möglichkeiten für den Transport des Wals prüfen", hieß es.

"Das Ziel bleibt, den Wal zum Hafen von Grenaa zu transportieren, da die Einrichtungen dort die besten für die Obduktion und der Entnahme wissenschaftlicher Proben sind." Ein neuer Versuch werde aber voraussichtlich erst nach Pfingsten möglich sein. 

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Am frühen Abend lag der stark aufgeblähte Walkadaver umringt von Möwen vor Anholt, wie auf Bildern des Livestream-Anbieters News5 zu sehen war. Bliebe er dort liegen, könnte er laut Umweltbehörde Anwohner und Touristen stark belästigen. Dänemark steht zudem ein sonniges Wochenende bevor. Dadurch könnte die Gefahr steigen, dass der Kadaver explodiert.

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Schweriner Umweltminister will Tracker-Daten auswerten

Das Schweriner Umweltministerium um Minister Till Backhaus (67, SPD) will die Tracker-Daten auswerten.  © Philip Dulian/dpa

Geht es nach den Inselbewohnern, sollte der Wal lieber heute als morgen verschwinden. "Es ist ein großer Wunsch der Einheimischen, dass der Wal zeitnah abtransportiert wird, damit er die Urlauber nicht stört", sagte Pia Lange Christensen, Direktorin der Tourismusorganisation Visit Aarhus, die auch für die Insel Anholt zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Saison habe gerade begonnen. "In den nächsten Wochen werden immer mehr Touristen auf die Insel kommen, die ein sehr beliebtes Urlaubsziel ist."

Für Dänemark als Land mit vielen Küsten sei es nicht ungewöhnlich, dass immer mal wieder Wale strandeten, sagte Christensen. "Und normalerweise dauert es nicht lange, bis die Behörden die Tiere entfernt haben."

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Das Schweriner Umweltministerium versucht währenddessen, einen zuvor von der Initiative an dem Tier angebrachten Tracker zu bekommen, um die Daten darauf auszuwerten. Denn noch ist unklar, wie lange das Tier nach seiner Freisetzung noch gelebt hat.

Erstmeldung: 11.47 Uhr, zuletzt aktualisiert: 16.51 Uhr

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