Angst vor "Kinderfänger" mit weißem Transporter in Sachsen: Das rät die Polizei!

Mittweida/Döbeln - In Sachsen geht die Angst vor einem "Kinderfänger" um. Der Mann soll aus einem weißen Transporter heraus Kinder angesprochen und in das Fahrzeug gelockt haben. Im Netz verbreiten sich die Warnungen wie ein Lauffeuer. Nun äußert sich die Polizei dazu.

Die Angst vor einem weißen Transporter geht in Sachsen um: Ein Mann soll daraus Kinder angesprochen und angelockt haben. (Symbolbild)
Die Angst vor einem weißen Transporter geht in Sachsen um: Ein Mann soll daraus Kinder angesprochen und angelockt haben. (Symbolbild)  © 123rf/photoschmidt

Seit der vergangenen Woche verbreitet sich die Meldung auf Facebook und Co. rasant: Ein weißer Transporter soll in Döbeln, Riesa und Meißen unterwegs sein. Der Fahrer soll dabei versucht haben, Kinder an Schulen in das Fahrzeug zu locken.

Gerade im Hinblick auf Valeriia (†9), die in Döbeln auf ihrem Schulweg offenbar weggefangen und in einem Waldstück ermordet wurde, sind Eltern derzeit besonders wachsam, teilen die Warnungen vom mutmaßlichen "Kindergänger" unaufhaltsam.

Alleine in dieser Woche gab es vermehrt Meldungen, dass der weiße Transporter rund um Mittweida gesehen worden war. Auch am heutigen Freitag gingen zwei weitere Meldungen bei der Polizei ein.

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"Die Fahrzeugbeschreibung in den Mitteilungen trifft dabei auffallend vollständig auf das in den sozialen Medien abgebildete Fahrzeug zu. Teilweise wird dabei sogar das gepostete Kennzeichen aus dem Landkreis Meißen mitgeteilt", so eine Polizeisprecherin. Dennoch konnten die Beamten das gesuchte Fahrzeug nicht auffinden.

"Zudem ist festzustellen, dass exakt identische Posts ohne Ortsangabe nun bereits auch im Erzgebirgskreis im Umlauf sind", heißt es von der Polizei.

Diese Meldung verbreitet sich derzeit rasant durch Facebook und Co.
Diese Meldung verbreitet sich derzeit rasant durch Facebook und Co.  © Screenshot/Facebook

Polizei: Keine Vermutungen oder Gerüchte über soziale Medien weiterverbreiten!

In sozialen Medien verbreiten sich Vermutungen und Gerüchte über mutmaßliche "Kinderfänger" wie ein Lauffeuer. Die Polizei rät zur Vorsicht.
In sozialen Medien verbreiten sich Vermutungen und Gerüchte über mutmaßliche "Kinderfänger" wie ein Lauffeuer. Die Polizei rät zur Vorsicht.  © 123RF/prima91

Die Polizei kann den Wunsch, solche Warnungen zu teilen oder weiterzuleiten, nachvollziehen. Allerdings bestehe die Gefahr, dass Unschuldige in Verdacht geraten, beispielsweise weil sie mit einem ähnlichen Auto oder Transporter unterwegs sind.

"Oft werden ungeprüft Beobachtungen oder Gerüchte über soziale Medien weiterverbreitet. Dadurch wird Angst unter Eltern und Kindern geschürt, ohne hilfreich zu sein", warnen die Beamten.

Daher raten die Ordnungshüter: Keine Vermutungen oder Gerüchte über soziale Medien weiterverbreiten! In Notfällen sollte immer sofort die Polizei alarmiert werden - gleichzeitig ist eine genaue Beschreibung wichtig.

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Und natürlich: Einschreiten, wenn ein Kind offensichtlich bedrängt wird.

Im Fall der getöteten Valeriia aus Döbeln konzentriert sich die Polizei derzeit auf das Familienumfeld. Ein fremder Täter, der das Mädchen wahllos entführt und getötet hat, steht wohl nicht im Fokus der Ermittlungen. Aktuell soll der Ex-Freund von Valeriias Mutter als tatverdächtig gelten.

Titelfoto: 123rf/photoschmidt, Screenshot/Facebook

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