Chef-Wechsel: Braumeister aus dem Erzgebirge lässt die nächste Generation ran

Scheibenberg - Man muss loslassen können. Für Braumeister Christian Fiedler (66) von der gleichnamigen Privatbrauerei im Erzgebirge ist das eine Maxime, mit der er die Zukunft seines Familienbetriebs sichern will. In diesen Tagen übergibt er die Geschäfte an Sohn Thomas.

Zweimal Braumeister, zweimal Fiedler: Christian Fiedler (66, l.) und sein Sohn Thomas (47) von der Privatbrauerei Fiedler in Scheibenberg.
Zweimal Braumeister, zweimal Fiedler: Christian Fiedler (66, l.) und sein Sohn Thomas (47) von der Privatbrauerei Fiedler in Scheibenberg.  © Kristin Schmidt

Die Fiedlers sind eine Traditionsfamilie, wie sie im Buche steht: Der erste Brauer dieses Namens siedelte sich um 1855 im Ort an!

Seither ruhte der Braubetrieb nur zweimal: im Zweiten Weltkrieg sowie zwischen August 1990 und April 1991. Zu diesem Zeitpunkt übernahm der heutige Senior die Geschicke von seinem Onkel Karl.

Nun darf also die 6. Generation ran. "Offizieller Übergabetermin ist der 1. Januar, aber wir wollen noch die Gesellschaftsform ändern, sodass der formelle Übertritt wohl im März erfolgt", so Vater Christian.

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Thomas Fiedler - er feiert in dieser Woche seinen 47. Geburtstag - ist seit 1999 Braumeister. Der Vater will ihm mit Rat und Tat zur Seite, aber nicht im Weg stehen.

"Jeder muss seine eigenen Fehler machen", so Christian. Er weiß aber auch, in welch' schwieriger Zeit die Übergabe erfolgt.

Weil alles teurer wird: Brauerei muss Preise im Frühjahr erhöhen

Anfang 2023 übernimmt Thomas Fiedler (47) von seinem Vater die Geschäfte.
Anfang 2023 übernimmt Thomas Fiedler (47) von seinem Vater die Geschäfte.  © Kristin Schmidt

"Kostete die Tonne Malz bislang rund 400 Euro, sind es nun 750 bis 800 Euro. Natron, bislang 20 Cent das Kilo, kostet nun 1,50 Euro. Die Speditionen wollen auch mehr", so der Senior.

Daher müssten, wie bereits im Frühjahr, nochmals die Preise erhöht werden.

Trotzdem sind die Braumeister zuversichtlich, dass die Kunden treu bleiben. Immerhin hat man auch Verantwortung für 16 Mitarbeiter.

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Und es steht die nächste Generation bereits in den Startlöchern: Eine Enkelin macht gerade ihren Braumeister, ein anderer Enkel hat im September seine Brauerlehre begonnen.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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