Skilift-Zoff im Erzgebirge: Pistenbetreiber will sich freikaufen

Holzau - Alexander Richter (51) wendet sein Gesicht zur Sonne, damit die Schatten der Vergangenheit hinter ihn fallen. Der Betreiber vom Holzhauer Ski-Zirkus sehnt schnellstmöglich eine Einigung mit der Gemeinde im Pachtstreit herbei. Er startete einen Spendenaufruf. Sein Ziel: Unabhängigkeit und Frieden am Hang.

Alexander Richter (51) an einer Schneekanone. Obwohl Schnee liegt, dreht sich in Holzhau kein Lift. Die Gemeinde hat ihm den Strom abgedreht. Mithilfe der Spendenaktion will Richter sich vom Rathaus "unabhängig" machen.
Alexander Richter (51) an einer Schneekanone. Obwohl Schnee liegt, dreht sich in Holzhau kein Lift. Die Gemeinde hat ihm den Strom abgedreht. Mithilfe der Spendenaktion will Richter sich vom Rathaus "unabhängig" machen.  © Petra Hornig

Richter: "Bevor ich mich weiter mit dem Rathaus um 1800 Euro jährliche Pracht streite, suche ich nach einer tragfähigen Lösung für die Zukunft unseres Skibetriebs."

Der Multi-Unternehmer strebt darum nun den Kauf von drei kommunalen Grundstücken am Skihang (Parkplatz, Flächen am 2. kleinen Lift sowie der Bergstation) an.

Es geht dabei um etwa ein Drittel der gesamten Flächen des etwa 100 Hektar großen Skiareals sowie die Übergabe der beiden Lifte (30 u. 40 Jahre alt).

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Um die Übernahme bewerkstelligen zu können, bittet Alexander Richter Wintersportfreunde auf der Spenden-Plattform "GoFundMe" um Unterstützung. Insgesamt 100.000 Euro hofft er so im Internet zu sammeln.

"Die Summe entspricht in etwa dem Pachtertrag von 55 Jahren. Mit dem Verkauf wäre die Gemeinde zudem die Last los, in die Lifte investieren zu müssen", so Richter.

Richter hoffnungsvoll: "Ich glaube fest an ein Weihnachtswunder."

Alexander Richter betreibt mit seiner Familie seit 28 Jahren die Piste in Holzhau, doch derzeit liegt die Anlage still.
Alexander Richter betreibt mit seiner Familie seit 28 Jahren die Piste in Holzhau, doch derzeit liegt die Anlage still.  © Petra Hornig

Der ehemalige erfolgreiche Wintersportler hofft, dass ihn die vielen Fans des Skigebietes ein zweites Mal in großer Not beistehen: Bereits während der Corona-Pandemie bewahrte ihn der Erfolg einer ebensolchen Spendenaktion vor dem Verkauf einer Schneekanone.

Mehr noch: Mithilfe von Geldgaben und Fördermitteln aus dem Landes-Förderprogramm "Neustart Tourismus" schaffte er jüngst sparsame Beschneiungsanlagen an. Sein Versprechen: Kommt der Grundstücksverkauf nicht zustande, wird er alle dafür gespendeten Gelder zurückzahlen.

"Ich möchte langfristig unsere Wintersportgäste glücklich machen und das Erbe der Ski-Pioniere im Erzgebirge bewahren helfen", sagt Alexander Richter. Seine Stimme kündet dabei sowohl von Tatendrang, Ehrfurcht und Heimatliebe als auch echter Verzweiflung.

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Der Unternehmer: "Ich glaube fest an ein Weihnachtswunder."

Titelfoto: Petra Hornig

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