Gnadenhof statt Schlachthof: Diese Tierschützerinnen retten Sachsens Rinder!

Riesa / Augustusburg - Sachsens Rinder-Retterin Conny Böttger (45) und ihre Unterstützer befreien Kühe aus jahrelanger Kettenhaltung, schenken ihnen ein schönes Leben auf der Weide.

Conny Böttger (45, l.) und Julie Siemering (20) neben der gerade geretteten Mutter-Kuh "Margo" mit Jungtier "Julie-Ann" (1) im Gnadenhof der Tierschützerinnen bei Augustusburg.
Conny Böttger (45, l.) und Julie Siemering (20) neben der gerade geretteten Mutter-Kuh "Margo" mit Jungtier "Julie-Ann" (1) im Gnadenhof der Tierschützerinnen bei Augustusburg.  © Kristin Schmidt

Für ihre jüngste Rettungs-Aktion half ihr Tierschützerin Julie Siemering (20), die mit ihren Rindern spazieren geht, mitunter sogar aufsitzen darf.

Natürlich nur, wenn Ochse "Noname" (5) das auch gestattet.

"Ich habe ihn selbst mit der Flasche aufgezogen, später vorm Schlachter bewahrt", erklärt Siemering, die bei Köln (NRW) wohnt.

Zehn Rinder aus früherer Kettenhaltung hat sie bereits ein neues Leben auf der Weide geschenkt. Darunter auch einer Kuh aus Sachsen, welche die Dresdnerin Conny Böttger gerettet hatte.

Mit vereinten Kräften haben die beiden Tierschützerinnen jetzt rund 9000 Euro Spenden aufgetrieben, um ein Dutzend sächsischer Rinder freizukaufen.

Das Geld erhält ein Halter bei Riesa, der seine Zucht aufgibt, die Tiere sonst an den Schlachter verkauft hätte.

Julie Siemering auf ihrem Ochsen "Noname" (5), den sie mit der Flasche aufzog.
Julie Siemering auf ihrem Ochsen "Noname" (5), den sie mit der Flasche aufzog.  © privat

Tierschützerinnen zahlen viel Geld für die Verpflegung der Tiere

Conny Böttger und ihre Mitstreiter bewahren Rinder vorm Schlachter, schenken den Tieren ein schönes Zuhause bis an deren Lebensende.
Conny Böttger und ihre Mitstreiter bewahren Rinder vorm Schlachter, schenken den Tieren ein schönes Zuhause bis an deren Lebensende.  © privat

Am gestrigen Dienstag konnten Böttger und Siemering Mutter-Kuh "Margo" (5) mit ihrem Kalb "Julie-Ann" (1) abholen. "Margo hat ihr Leben fast ausschließlich in Ketten verbracht", bedauert Böttger.

Die Tierschützerinnen und weitere Helfer transportierten die Kühe nun auf einen Gnadenhof in der Nähe von Augustusburg bei Chemnitz. Dort bezahlt Böttger für Stall und Weide.

"Margo" und "Julie-Ann" können da nun ihre Zukunft verbringen. Ohne Ketten und in einer Herde mit 25 weiteren geretteten Rindern, die Böttger bereits freigekauft hat, die meisten in Sachsen.

Doch das Sprengen der Ketten in dunklen Ställen ist nur der erste Schritt. Denn die artgerechte Haltung der Rinder kostet rund 120 Euro pro Monat - je Kuh.

Um all die Kosten für Futter, Tierarzt, Klauenpflege und Co. zu finanzieren, gründete Böttger den Verein "Tierparadies MUHrielle", wirbt um Mitstreiter und Unterstützer, die etwa Tierpatenschaften abschließen können.

Wer helfen will, wird fündig unter: www.tierparadies-muhrielle.org.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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