Ruckizucki und nahezu vollautomatisch: Bei Wackerbarth kommt der Bacchus in die Flasche
Radebeul - Die ganze Halle duftet nach Wein. Wie von Geisterhand defilieren Hunderte Weinflaschen vorbei - die automatische Abfüllstrecke ist im Betrieb. Seit dieser Woche füllt das Staatsweingut Schloss Wackerbarth die ersten Weine der 2025er-Lese ab. 35.000 Flaschen Goldriesling sind schon abgefüllt.
Seit Donnerstag kommt Bacchus, benannt nach der römischen Weingottheit, in die Flasche. "Die Rebsorte bringt es auf rund 65.000 Flaschen", weiß Weingut-Sprecher Martin Junge.
Es folgen Müller-Thurgau (30.000 Flaschen), die Riesling-Edition Frauenkirche (20.000 Flaschen) und der Canaletto-Weißburgunder (12.000 Flaschen.
Mittendrin im Flaschenballett: Weinküferin Anna Eichhorn (30): "Mit der Aufnahme der Flaschen geht es los." Ein Greifsystem mit aufblasbaren Kissen kann zeitgleich 240 Flaschen fassen und auf das Band setzen - gesteuert von Anna mit einem Controller, der Gamer neidisch machen würde.
Dann werden die Flaschen gespült, gefüllt, verkorkt, außen gereinigt, verkapselt, etikettiert und am Schluss zu sechst in einem Karton verpackt.
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Was im Regal steht, kann auch getrunken werden
"Trotzdem muss die Strecke natürlich überwacht werden", sagt Anna Eichhorn. Läuft alles glatt, kann die Anlage 15.000 Flaschen pro Tag befüllen.
Prüfend hält sie eine Weinflasche hoch. "Wenn der Wein verpackt ist, muss er noch etwa vier Wochen ruhen, um den Füllstress abzubauen."
Die Paletten mit 100 Kartons (600 Flaschen) kommen erst nach einer Zwischenlagerung in den Handel.
"Denn was im Regal steht, kann auch getrunken werden" - ab April, Mai kommen die ersten 2025er-Weine in den Verkauf. Nach der ersten Abfüllung-Staffel widmet sich Wackerbarth der Sektproduktion.
"Im Sommer werden dann Lagenweine abgefüllt", so Junge.
Titelfoto: Norbert Neumann

