NABU bittet Sachsen um Rücksichtnahme: Frosch und Kröte wandern wieder - doch es werden immer weniger
Leipzig - Sie sind wieder unterwegs. Erdkröte, Grasfrosch, Teichmolch & Co. machen sich in den milder werdenden Nächten auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Sachsens Naturschützer bitten die Autofahrer deshalb um Rücksichtnahme. Denn es werden immer weniger Amphibien im Land.
Wenn sie ihre Winterquartiere verlassen und ihre Teiche, Tümpel und Wassergräben ansteuern, folgen die Amphibien den uralten Wanderrouten, die schon ihre Urahnen nutzten.
Doch vielerorts seien die heute von Straßen durchschnitten, sagt Robert Beske vom Naturschutzbund Sachsen (NABU). Für die langsam wandernden Tiere werde der Verkehr so zur tödlichen Gefahr.
Überall im Land machen sich deshalb derzeit Naturschützer auf den Weg, um mobile Amphibienzäune zu errichten.
Rund 13.000 Meter dieser Schutzanlagen betreuen allein die NABU-Gruppen in Sachsen, bringen am Zaun gestrandete Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche auf die andere Straßenseite.
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Wie der Mensch die Amphibien verdrängt
Doch die Naturschützer haben immer weniger Tiere in ihren Transporteimern. Denn dort, wo sich der Mensch breitmacht, gehen die Amphibien-Bestände immer mehr zurück.
"Gewässer trocknen aus oder sind mit Pestizidrückständen und Streusalz vergiftet. Landlebensräume werden zubetoniert, Winterquartiere zu Bauland", benennt Beske die Hauptursachen. Das Naturschutzrecht solle das zwar verhindern, aber die Praxis sehe leider anders aus.
Damit die verbliebenen Amphibien auch an den Stellen, wo keine Netze gespannt sind, sicher über die Straße kommen, bittet der NABU um Rücksichtnahme.
Beske: "Auto- und Motorradfahrer sollten besonders vorsichtig sein und in den markierten Bereichen unter 30 km/h fahren."
Titelfoto: Bildmontage: dpa; Eric Münch

