Todes-Drama bei Ausflug: Moritzburger Obersattelmeister vom Pferd getroffen

Moritzburg - Pferde waren sein Leben. Der frühere Moritzburger Obersattelmeister Peter Müller (75) züchtete auch noch im Ruhestand erfolgreich Welsh-Ponys. Auch seinen neuen Hengst "Telynau" (6) wollte er ausbilden. Doch dabei kam es zu einem tragischen Unfall, den der Züchter aus Wilsdruff nicht überlebte.

Müllers früherer Lehrling, Freund und Zuchtpartner Siegfried Horn (60) am Dienstag nach dem Unfall mit Hengst "Telynau" (6).
Müllers früherer Lehrling, Freund und Zuchtpartner Siegfried Horn (60) am Dienstag nach dem Unfall mit Hengst "Telynau" (6).  © Norbert Neumann

Das kastanienbraune Reitpony "Telynau" hatte Müller erst vor wenigen Tagen gekauft, wollte den Hengst am Montagvormittag zum ersten Mal an andere Pferde und Kutsche gewöhnen. "Darum fuhr ich mit einer Zweigespann-Kutsche auf der Straße und er lief mit Telynau nebenher", sagt sein Zuchtpartner und Kutscher Siegfried Horn (60). Doch der Trainingslauf in Oberhermsdorf (Wilsdruff) ging furchtbar schief.

"Der Hengst verhielt sich nicht ungewöhnlich, scheute nicht. Er war einfach sehr nervös. Plötzlich schwenkte Telynau seinen Kopf zur Seite, stieß dabei unglücklich an Peters Kopf. Der sackte zusammen", berichtet Kutschfahrer Horn.

Während er die drei Pferde im Zaun hielt, alarmierten Passanten den Notarzt, stürmten in die nahe Grundschule, um Hilfe zu holen.

Auf die Schwalbe, fertig, los! Kult-Mopeds brettern über den Sachsenring
Sachsen Auf die Schwalbe, fertig, los! Kult-Mopeds brettern über den Sachsenring

"Ich bin sofort rausgerannt", sagt die Erste-Hilfe-Lehrerin (33). "Der Mann lag regungslos da, um ihn mehrere Helfer. Ich übernahm die Wiederbelebung. 30-mal drücken, zweimal beatmen. Er blieb bewusstlos. Dann kam der Rettungsdienst mit einem Defibrillator."

Hier an der Hauptstraße im Wilsdruffer Ortsteil Oberhermsdorf geschah das tragische Unglück.
Hier an der Hauptstraße im Wilsdruffer Ortsteil Oberhermsdorf geschah das tragische Unglück.  © Norbert Neumann

Doch alle Versuche konnten Peter Müller nicht retten, er verstarb im Krankenhaus. Die Polizei ermittelt, geht von einem Unfall aus. Ob es eine Obduktion geben wird, stand Dienstagabend noch nicht fest.

"Peter Müller war ein liebenswürdiger Mann und großer Pferde-Mensch, von allen sehr geachtet", sagt Zuchtpartner Horn, der vom Verstorbenen selbst in den 70er-Jahren am (heutigen) Landgestüt Moritzburg zum Pferdewirt ausgebildet wurde.

"Peter kümmerte sich dort als Obersattelmeister jahrzehntelang um die Pferde. Er schulte die Lehrlinge, leitete Fahrlehrgänge mit Kutschen", so Horn. "Bei zahllosen Rundfahrten prüfte er die Sicherheit der Gespanne."

Erst vor zwei Jahren war Müllers Frau in Braunsdorf (Wilsdruff) verstorben. Angehörige und Freunde legten am Dienstag zum Gedenken Blumen an der Unfallstelle ab.

Ein großer Pferde-Mensch: Viele Jahrzehnte betreute Obersattelmeister Peter Müller (†75) Pferde und Lehrlinge in Moritzburg.
Ein großer Pferde-Mensch: Viele Jahrzehnte betreute Obersattelmeister Peter Müller (†75) Pferde und Lehrlinge in Moritzburg.  © Matthias Creutziger

Mehr zum Thema Sachsen: