"Pulmonica": Dieses Musik-Gerät aus dem Vogtland hilft bei Long Covid

Klingenthal - Die Pulmonica aus dem Vogtland sieht aus wie ein Musikinstrument. Doch ihre Töne sind nicht nur wohlklingend, sondern trainieren angegriffene Lungen.

Manufaktur-Chef Lars Seifert (46) zeigt das musikalische Medizingerät Pulmonica.
Manufaktur-Chef Lars Seifert (46) zeigt das musikalische Medizingerät Pulmonica.  © Uwe Meinhold

"Wir bekommen immer mehr positive Rückmeldungen von Menschen, die an Long Covid leiden und sich über Verbesserungen ihrer Atembeschwerden freuen", sagt Lars Seifert (46), Geschäftsführer der C. A. Seydel Söhne GmbH.

Die Klingenthaler Manufaktur fertigt das Musik-Medizin-Gerät schon seit rund zehn Jahren. Entwickelt wurde es eigentlich für Asthmakranke und COPD-Patienten. "Es ist das einzige Instrument, in das man nicht nur hineinbläst, sondern in dem auch beim Einsaugen der Luft Töne entstehen", so der Firmen-Chef.

Mundharmonika muss man dafür nicht spielen können. Seifert: "Die Tonanordnung wurde so gewählt, dass automatisch harmonische Akkorde entstehen. Außerdem sorgen die tiefen Töne für Vibrationen in der Lunge, was das Wohlbefinden steigert und zum anderen dafür sorgt, dass sich Schleim in den Bronchien löst."

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Mittlerweile testen auch Physiotherapien aus der Region und in der Schweiz das Instrument für die Reha von Long-Covid-Patienten.

Daniel Krauße montiert in der Klingenthaler Firma C. A. Seydel Söhne GmbH Mundharmonikas.
Daniel Krauße montiert in der Klingenthaler Firma C. A. Seydel Söhne GmbH Mundharmonikas.  © Uwe Meinhold
Lars Seifert (46) zeigt, wie's geht: Wer durch die Pulmonica ein- und ausatmet, erzeugt angenehme Töne und stärkt seine Lunge.
Lars Seifert (46) zeigt, wie's geht: Wer durch die Pulmonica ein- und ausatmet, erzeugt angenehme Töne und stärkt seine Lunge.  © Uwe Meinhold

Die vor 175 Jahren gegründete Instrumenten-Manufaktur ist der älteste Mundharmonika-Hersteller der Welt. 30 Mitarbeiter fertigen hier ausschließlich Mundharmonikas. Die einzige Nebenwirkung, von der die Pulmonica-Spieler dem Firmen-Chef bisher berichteten: "Einige von ihnen haben so viel Spaß am Spielen bekommen, dass sie zu ambitionierten Hobbymusikern geworden sind."

Titelfoto: Uwe Meinhold

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