Kontrollen zur Aufbewahrung von Waffen im Vogtland: Was steckt dahinter?

Plauen - Die Waffenbehörde im Vogtland setzt auf regelmäßige Überprüfungen der Waffenaufbewahrungen im Landkreis. Besonders die Vorschrift, Waffe und Munition getrennt zu lagern, wird häufig ignoriert.

Immer häufiger kommt es deutschlandweit zu Straftaten, bei denen Schusswaffen zum Einsatz kommen. (Symbolbild)
Immer häufiger kommt es deutschlandweit zu Straftaten, bei denen Schusswaffen zum Einsatz kommen. (Symbolbild)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Im Jahr 2024 führte die Behörde bereits gut 200 Aufbewahrungskontrolle zu - im vergangenen Jahr erhöhten sie auf 251, wobei sie insgesamt 44 Verstöße gegen das Waffengesetz feststellten.

Mit rund 16 Prozent bewegen sich die Vergehen somit auf einem gleichbleibenden Niveau.

Bei den festgestellten Verstößen handelte es sich beispielsweise um das nicht getrennte Aufbewahren von Waffen und Munition, den Besitz nicht zugelassener Nachtzieltechnik oder die nicht ausreichend gesicherte Lagerung von Waffen außerhalb eines geeigneten Waffenschrankes.

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Je nach Art und Schwere des Verstoßes können ordnungsrechtliche Maßnahmen, Bußgeldverfahren oder in Einzelfällen auch der Widerruf einer waffenrechtlichen Erlaubnis erfolgen.

"Die kontinuierlichen Überprüfungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Prävention und helfen dabei, mögliche Mängel frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Damit wird ein zusätzlicher Beitrag zur öffentlichen Sicherheit geleistet", so Christian Gebhardt, Sachgebietsleiter Ordnungs- und Erlaubniswesen.

Aufbewahrungskontrollen dienen dem Schutz der Allgemeinheit

Waffenbesitzer müssen sich an mehrere Vorgaben halten. (Symbolbild)
Waffenbesitzer müssen sich an mehrere Vorgaben halten. (Symbolbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Im landesweiten Vergleich nehme der Vogtlandkreis seine gesetzlichen Kontrollaufgaben in besonders aktiver Weise wahr. In Chemnitz beispielsweise gab es 2025 nur sieben Kontrollen.

Dabei dienen die waffenrechtlichen Aufbewahrungskontrollen vor allem dem Schutz der Allgemeinheit. Die Überprüfung der Lagerung der erlaubnispflichtige Waffen und Munition kann verhindern, dass sie in falsche Hände geraten oder missbräuchlich verwendet werden.

Durchgeführt werden die Kontrollen in Zweierteams von Mitarbeitenden des Sachgebietes Ordnungs- und Erlaubniswesen. Immer in

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Dabei gelten für Waffenbesitzer klare gesetzliche Vorgaben:

  • die erlaubnispflichtigen Waffen müssen in zertifizierten Waffenschränken aufbewahrt werden
  • Munition ist grundsätzlich getrennt oder ebenfalls gesichert zu lagern
  • nur berechtigte Personen dürfen Zugriff haben
  • Änderung der Aufbewahrung (zum Beispiel: neuer Tresor, Umzug etc.) soll der Behörde gemeldet werden.

Blickt man auf die deutschlandweite Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), wird deutlich, wie wichtig solche Kontrollen sind. Laut PKS von 2024 wurden bundesweit insgesamt 946 Straftaten registriert, bei denen Schusswaffen entweder eingesetzt oder angedroht wurden. Im Vergleich: 2021 waren es rund 7955 Fälle.

Die Zahlen scheinen enorm. Blickt man jedoch auf alle Straftaten, machen die Vergehen mit Schusswaffen lediglich 0,1 Prozent aus.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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