Nach einem Staats-Deal auf höchster Ebene: Oppach erhält seinen Dorfteich aus Bayern zurück

Oppach - Ein sächsischer Dorfteich kehrt zurück aus Bayern: Der Schulteich von Oppach (2400 Einwohner, bei Bautzen) war über viele Jahre Eigentum des blau-weißen Freistaats - das ist kein Scherz! Jetzt hat der sächsische Ort sein Gewässer zurück. Und steht vor einer Menge Arbeit.

Das kleine Oppach wurde zum Thema der großen Politik.
Das kleine Oppach wurde zum Thema der großen Politik.  © Steffen Füssel

Der Oppacher Schulteich am Fuße der evangelischen Dorfkirche ging 2008 in bayerischen Besitz über.

Grund: Das Gewässer hatte einst zur ortsansässigen Weberei Horn gehört, die in DDR-Zeiten zum "Volkseigentum" wurde. Nach der Wende kamen die Grundstücke zurück in den Besitz der Familie Horn.

Als der letzte Inhaber starb, ging dieses Erbe an den Freistaat Bayern, dem letzten Wohnsitz des Verstorbenen. Die Oppacher wollten ihren Dorfteich seitdem zwar zurück, fürchteten aber die hohen Sanierungskosten.

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Nun haben sich die Ministerpräsidenten der beiden Länder, Michael Kretschmer (46, CDU) und Markus Söder (54, CSU), auf einen Deal geeinigt.

Oppach bezahlte den symbolischen Preis von einem Euro - und bekam dafür nicht nur den Dorfteich zurück, sondern für die Sanierung auch noch eine Zuwendung von 150.000 Euro aus Bayern.

Im sächsischen Oppach lag seit 2008 ein Stück vom Freistaat Bayern.
Im sächsischen Oppach lag seit 2008 ein Stück vom Freistaat Bayern.  © Steffen Füssel
Der Dorfteich um die Jahrhundertwende: idyllischer Mittelpunkt der Gemeinde.
Der Dorfteich um die Jahrhundertwende: idyllischer Mittelpunkt der Gemeinde.  © Steffen Füssel

Oppachs stellvertretender Bürgermeister: "Jetzt gibt es viel zu tun"

Oppachs stellvertretender Bürgermeister Horst Münch (70, CDU) und Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (52, parteilos) freuen sich über den "heimgekehrten" Dorfteich.
Oppachs stellvertretender Bürgermeister Horst Münch (70, CDU) und Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (52, parteilos) freuen sich über den "heimgekehrten" Dorfteich.  © Steffen Füssel

"Jetzt gibt es viel zu tun", sagt Oppachs stellvertretender Bürgermeister Horst Münch (70, CDU). "Der Teich muss entschlammt, die Ufer müssen erneuert werden." Er befürchtet, dass der Schlamm auf den Sondermüll muss, da früher der VEB Schaltelektronik manchmal Abwasser aus seiner Galvanik-Anlage abgeleitet habe.

Dennoch freut sich der alteingesessene Oppacher: "Ich bin als Kind auf diesem Teich Schlittschuh gelaufen, im Sommer war es ein beliebter Treffpunkt zum Entenfüttern."

Jetzt soll der Teich wieder so schön werden, wie er einst war. Doch vorher gilt es noch, ein Versprechen einzulösen, verrät Horst Münch:

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"Herr Söder hat gesagt, er hätte gerne eine Eierschecke und ein Stück Kleckskuchen. Das wird jemand aus Oppach nach München liefern."

Titelfoto: Steffen Füssel

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