Platz und Hühnerfutter werden knapp: Bioeier-Boom in Sachsen stößt an seine Grenzen

Großenhain - Eier, wir brauchen Eier! Denn Ostern steht vor der Tür. Doch gleichzeitig achten immer mehr Menschen auf deren Herkunft.

Führt den Betrieb zusammen mit seinem Vater: Alexander Riedel (42) aus Großenhain.
Führt den Betrieb zusammen mit seinem Vater: Alexander Riedel (42) aus Großenhain.  © dpa/Sebastian Kahnert

Die gute Nachricht: Sächsische Hennen legen immer mehr Bio-Eier. Lag deren Anteil an der Gesamtproduktion im Jahr 2020 noch bei 4,3 Prozent, so waren es im Jahr darauf ganze 6,1 Prozent – eine deutliche Steigerung.

Allerdings auf niedrigem Niveau. Der Bioeier-Anteil im Bundesschnitt liegt doppelt so hoch.

Aber: Die Eier aus Bodenhaltung stellen mit knapp 85 Prozent im Freistaat das Gros des Angebots im hiesigen Supermarkt (Durchschnitt in Deutschland: 63 Prozent).

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Alexander Riedel (42) ist Geschäftsführer des Geflügelhofs Großenhain. Von seinen rund 100.000 Hühnern sind etwa 15 Prozent in Bio-, der Rest in Freiland- und Bodenhaltung. Er erklärt die Situation mit langen Genehmigungsverfahren und dem großen Landbedarf für Bio-Eier.

Die meisten Hühnerställe stammen aus DDR-Zeiten und wurden nach der Wiedervereinigung flächendeckend von der Käfig- zur Bodenhaltung umfunktioniert.

Auf dem Geflügelhof in Großenhain leben etwa 100.000 Hühner.
Auf dem Geflügelhof in Großenhain leben etwa 100.000 Hühner.  © dpa/Sebastian Kahnert

Preise explodieren durch den Ukraine-Krieg

Etwa 830 Millionen Eier wurden 2021 in Sachsen produziert.
Etwa 830 Millionen Eier wurden 2021 in Sachsen produziert.  © dpa/Sebastian Kahnert

Hinzu kommen die Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg. Hühnerfutter wurde in Deutschland und Sachsen bisher in rauen Mengen aus Russland und der Ukraine importiert.

"Die Preise sind explodiert, der Krieg hat dem noch mal einen richtigen Schub gegeben."

Für 100 Kilogramm Futter bezahle er mittlerweile 60 Euro. Vor einem Jahr lag der Preis für die gleiche Menge noch bei 25 bis 30 Euro.

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Bis zum nächsten Herbst rechnet Alexander Riedel mit einer drastischen Verknappung des Futters.

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert

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