Veranstaltungsabsagen in Sachsen: "Wir sind im absoluten Krisenmodus"

Dresden - Jetzt also auch in Sachsen: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind ab heute Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern im Freistaat bis auf Weiteres verboten. Das verfügte Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD). Der Erlass sei bindend (TAG24 berichtete).

Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD) verkündeten neue Schutzmaßnahmen.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (61, SPD) verkündeten neue Schutzmaßnahmen.  © Thomas Türpe

Laut Ministerin soll damit eine einheitliche Regelung für den gesamten Freistaat geschaffen werden. "Wir sind im absoluten Krisenmodus", so Köpping. 

Bis gestern Abend gab es mindestens 31 Corona-Infizierte in Sachsen. Der am stärksten betroffene Landkreis ist Bautzen mit zehn Infizierten, so das Landratsamt. Dort sind 150 Menschen in Quarantäne.

Köpping appellierte, auch Veranstaltungen mit weniger als 1000 Menschen genau zu prüfen und abzusagen. Vor allem, wenn es Gäste aus Risikogebieten gebe. Landkreise können zudem strenge Auflagen erteilen. Das Landratsamt Pirna etwa verbot ab sofort sogar Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen in geschlossenen Räumen. 

Um Lieferengpässe zu vermeiden, wird Sachsen allein zwei Millionen OP-Masken ordern. Kosten: 14,4 Millionen Euro. 

Die Uniklinik Dresden stellt Desinfektionsmittel selbst her, auch für umliegende Kliniken.

Urlaub in Sachsen verbringen

Der Dresdner Kulturpalast wird ab heute voraussichtlich alle Veranstaltungen im Konzertsaal absagen.
Der Dresdner Kulturpalast wird ab heute voraussichtlich alle Veranstaltungen im Konzertsaal absagen.  © dpa/Oliver Killig

Das Verbot von Großveranstaltungen betrifft laut Köpping zum Beispiel die Semperoper, die über 1000 Sitzplätze hat. Diese will sich heute äußern. 

Der Dresdner Kulturpalast kündigte an, dass ab heute voraussichtlich alle Veranstaltungen im Konzertsaal ausfallen. 

Die Stadthalle Chemnitz erklärte, sich um Ersatztermine für alle ausfallenden Veranstaltungen zu bemühen. 

Auch Demonstrationen könnten betroffen sein, etwa das ausländerfeindliche Bündnis Pegida. Dessen Chef Lutz Bachmann (47) kündigte süffisant an, man habe nun 950 Teilnehmer für Montag angemeldet.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) erklärte, es gehe darum, die Infektionsketten zu unterbrechen, um vor allem ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen zu schützen. "Jeder Einzelne ist in der Verantwortung. Jetzt ist noch Zeit, weitere Ausbrüche zu verhindern." 

Er riet, den Osterurlaub in Sachsen zu verbringen. Auch er geht davon aus, dass sich am Ende 70 bis 80 Prozent der Sachsen anstecken. Meist aber gebe es einen milden Verlauf.

Diese Leistungen stehen Arbeitnehmern und -gebern zu

Auch in Sachsen steigt die Zahl der Corona-Infizierten. 
Auch in Sachsen steigt die Zahl der Corona-Infizierten.   © dpa/Marijan Murat

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (41, CDU) empfahl Sachsens Hochschulen, den Start des Semesters zu verschieben. Regulär startet es am 6. April. Die Rektoren wollen dazu am Montag beraten.

Unterdessen kann bei Verdienstausfällen durch Quarantäne wegen des Coronavirus bei der Landesdirektion eine Entschädigung beantragt werden. Damit sollen Betriebe, Selbstständige und Freiberufler unterstützt werden. Unternehmen zahlen ihren Angestellten während der Quarantäne den Lohn weiter. 

Dieses Geld können sich die Firmen später von der Landesdirektion erstatten lassen.

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In Sachsen soll es bald in allen Landkreisen Corona-Ambulanzen geben. Derzeit gibt es sie in Dresden und Leipzig.
In Sachsen soll es bald in allen Landkreisen Corona-Ambulanzen geben. Derzeit gibt es sie in Dresden und Leipzig.  © DPA/Robert Michael
Auch Demos, etwa von Pegida, könnten vom Verbot von Großveranstaltungen betroffen sein.
Auch Demos, etwa von Pegida, könnten vom Verbot von Großveranstaltungen betroffen sein.  © DPA/Robert Michael

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