Vorsicht vor "Love-Scamming": LKA Sachsen warnt vor Abzocke

Dresden - Vor einer besonders perfiden Art der Abzocke warnt das Landeskriminalamt in Sachsen.

Insgesamt sei laut Polizei festzustellen, dass sowohl jüngere als auch ältere Personen Opfer des "Love-Romance-Scamming" werden können. (Symbolbild)
Insgesamt sei laut Polizei festzustellen, dass sowohl jüngere als auch ältere Personen Opfer des "Love-Romance-Scamming" werden können. (Symbolbild)  © 123rf/daisydaisy

Beim sogenannten Love- oder Romance-Scamming nutzten die Betrüger, auch "Scammer" genannt, nicht nur die Gefühle und das Vertrauen ihrer Opfer schamlos aus, auch der finanzielle Schaden sei enorm, teilte das LKA am Dienstag mit.

Im Vorjahr gab es demnach 275 vollendete Fälle mit einem Gesamtschaden in Höhe von 4,2 Millionen Euro.

Bei der Masche steht nach einem intensiven Flirt im Internet ein persönliches Treffen an. Dieses wird aber von einer Geldüberweisung abhängig gemacht: Für ein Visum oder für den Kauf eines Flugtickets oder ein enger Angehöriger ist erkrankt und benötigt eine teure Operation.

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Mit einem Anteil von 57,4 Prozent der Geschädigten waren Frauen häufiger betroffen als Männer. Gut zwei Drittel der Opfer sind in der Altersgruppe 40 bis 69 Jahren zu verzeichnen.

Bislang konnten 100 Tatverdächtige ermittelt werden.

Wie erkenne und schütze ich mir vor "Love-Scamming"?

In vielen Fällen werden Schecks oder Kopien wichtiger Dokumente, die man dann an dritte Personen senden soll, gefordert. (Symbolbild)
In vielen Fällen werden Schecks oder Kopien wichtiger Dokumente, die man dann an dritte Personen senden soll, gefordert. (Symbolbild)  © Frank May/dpa

Meist dient eine kurze E-Mail in englischer Sprache als Einstieg, viele Betrüger sprechen aber auch Deutsch. Häufig wird mit Bildern schlechter Qualität gelockt und in den meisten Fällen zeigt die Internetbekanntschaft sehr viel Interesse am Leben der Person. Hobbies, ehemalige Partner, Freunde, Kinder und der Glaube an Gott spielen dabei eine große Rolle.

Täter sprechen dann oft von kranken Angehörigen in einem entfernteren Land oder anstehenden Geschäftsreisen, häufig nach Ghana oder Nigeria, aber auch nach Russland und Südostasien.

Nachdem eine Vertrauensbasis aufgebaut wurde, fragen die Betrüger ihr Opfer auf den unterschiedlichsten Wegen nach Geld. Erpresserische Methoden, sollte ein Opfer weigern zu bezahlen, sind nicht ungewöhnlich.

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"Wenn man tatsächlich Zweifel an seiner Internetbekanntschaft hat, sollte man sich einer befreundeten aber neutralen Person anvertrauen und sich über das Thema und die neu gewonnene "Liebe" austauschen und um eine zusätzliche unvoreingenommen Meinung zu bekommen." so die Mitteilung des LKAs.

Auch Google-Suchen sind empfohlen, sowohl mit dem Namen samt Zusatz "Scammer" als auch mit dem Bild der neuen Bekanntschaft.

Was kann ich tun, wenn ich zum Opfer eines Scammers geworden bin?

Fakt ist: Es geht den Tätern nur ums Geld, eine persönliche echte Verbindung war und ist nie vorgesehen. (Symbolbild)
Fakt ist: Es geht den Tätern nur ums Geld, eine persönliche echte Verbindung war und ist nie vorgesehen. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Das LKA rät auf keinen Fall auf die Forderungen einzugehen, niemandem Geld zu überweisen und keine Briefe oder Päckchen weiterzuleiten. Sollte es dafür bereits zu spät sein, kann man versuchen, gesendete Zahlungen rückgängig zu machen.

Des Weiteren ist es unglaublich wichtig, für eine Anzeige und den darauffolgenden Prozess, alle Chatnachrichten, E-Mails sowie mögliche Überweisungsbelege aufzubewahren. Damit sollte dann auch zur Polizei gegangen werden, um den Betrügern nachhaltig das Handwerk zu legen.

Falls dies nicht schon längst geschehen ist, sollte der Kontakt mit dem Scammer vollends beendet und alle weiteren Versuche ignoriert werden. Gegebenenfalls müssen Betroffene sich neue E-Mail-Adressen und Telefonnummern zulegen.

Da sich viele Opfer schämen, den Betrug anzuzeigen, versucht die Polizei stets präventiv zu informieren und einige Fälle beispielhaft bekannt zu machen.

Titelfoto: 123rf/daisydaisy

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