Treuer Dienst seit 52 Jahren: Älteste Drehleiter Sachsens macht noch DDR-Tatütata

Lunzenau - Dieses Feuerwehrauto erkennt man gleich dreifach: Die Drehleiter der Freiwilligen Wehr Lunzenau (Erzgebirge) hat noch das alte DDR-Martinshorn, zieht eine dunkle Dieselwolke hinter sich her und trägt das IFA-Zeichen auf dem Kühlergrill.

Daniel Schneider (31) am Steuer der wohl ältesten Drehleiter Sachsens. Der 52 Jahre alte Wagen fährt tadellos, nur bergauf dank lediglich 125 PS sehr gemächlich.
Daniel Schneider (31) am Steuer der wohl ältesten Drehleiter Sachsens. Der 52 Jahre alte Wagen fährt tadellos, nur bergauf dank lediglich 125 PS sehr gemächlich.  © Chempic

1969 in Ludwigsfelde gebaut, soll das 30-Meter-Gerät aus Lunzenau heute die älteste Feuerwehr-Drehleiter in ganz Sachsen sein. "Auch bundesweit dürfte es schwer werden, eine ältere zu finden", meint der stellvertretende Wehrleiter Michael Wrede (25).

Seit 52 Jahren tut das wichtige Gerät klaglos seinen Dienst. Zuerst bei der Berufsfeuerwehr Plauen, seit 1986 in Lunzenau. "Wir sind sehr, sehr stolz darauf", sagt Feuerwehrchef Volker Uhlemann (39). "Das Gerät ist unkaputtbar und dank bewährter DDR-Technik können wir kleine Probleme selbst beheben."

Zuletzt gab der Scheibenwischermotor den Geist auf. Nach wenigen Minuten war das defekte Teil ausgetauscht. "Bei unseren modernen MAN-Fahrzeugen mit viel Elektronik trauen wir uns solche Eingriffe nicht", gibt Uhlemann zu.

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Doch die Uralt-Drehleiter hat auch Nachteile. Es fehlt ein Rettungskorb und bei nur 125 PS kriecht das Fahrzeug Berge manchmal nur mit 40 Sachen hoch. "Damit gewinnt man keinen Pokal", weiß der Wehrleiter.

Historisch wertvoll und immer noch fleißig im Dienst: die IFA-Drehleiter der Feuerwehr Lunzenau von 1969.
Historisch wertvoll und immer noch fleißig im Dienst: die IFA-Drehleiter der Feuerwehr Lunzenau von 1969.  © Chempic
30 Meter hoch reicht die Uralt-Drehleiter aus Lunzenau. Bei diesem Modell gibt es aber noch keinen Rettungskorb.
30 Meter hoch reicht die Uralt-Drehleiter aus Lunzenau. Bei diesem Modell gibt es aber noch keinen Rettungskorb.  © Chempic
Die IFA-Fahrzeuge wurden in Ludwigsfelde gebaut.
Die IFA-Fahrzeuge wurden in Ludwigsfelde gebaut.  © Chempic

Für einen Neukauf - rund 600.000 Euro - fehlt derzeit das Geld in Lunzenau. Doch Volker Uhlemann verspricht: "Die alte Drehleiter wird niemals verschrottet!"

Titelfoto: Chempic

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