Milzriss? Halle-Attentäter lehnt Operation ab, Polizeiaufgebot in Krankenhaus

Erfurt - 2019 wollte Stephan Balliet (32) in einer Synagoge in Halle zahlreiche Menschen töten. Seitdem wird er unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen bewacht - aktuell auch in einem Krankenhaus in Erfurt.

Der Halle-Attentäter liegt derzeit in einem Erfurter Krankenhaus und lehnt eine Operation ab. (Archivbild)
Der Halle-Attentäter liegt derzeit in einem Erfurter Krankenhaus und lehnt eine Operation ab. (Archivbild)  © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Der Attentäter von Halle ist wegen gesundheitlicher Probleme in ein Krankenhaus nach Erfurt gebracht worden. Das berichteten "Mitteldeutsche Zeitung" und "Bild"-Zeitung übereinstimmend.

Ein Sprecher des Thüringer Justizministeriums sagte am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, am Freitag sei ein Häftling wegen gesundheitlicher Probleme ins Klinikum in Erfurt eingeliefert worden.

Der Attentäter verbüßt seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt Tonna bei Bad Langensalza in Thüringen.

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Die Landespolizeiinspektion Gotha hatte erklärt, dass "ein Schwerpunktgefangener aus einer Justizvollzugsanstalt in ein Erfurter Krankenhaus begleitet und einer medizinischen Versorgung zugeführt" wurde.

Der Gefangene sei "unter starker Polizeipräsenz" versorgt worden. Nähere Angaben machten die Beamten nicht - "aus polizeitaktischen Gründen".

Vor dem Helios-Klinikum in Erfurt platzieren sich Einsatzkräfte der Polizei.
Vor dem Helios-Klinikum in Erfurt platzieren sich Einsatzkräfte der Polizei.  © Bodo Schackow/dpa

Lieber sterben statt Operation

Stephan Balliet (32) wurde 2020 zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. (Archivbild)
Stephan Balliet (32) wurde 2020 zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Wie die "Bild" berichtet, habe es bei dem 32 Jahre alten Häftling einen Milzriss gegeben. Ob er die Verletzung selbst zu verantworten habe, sei noch unklar.

Balliet soll mitgeteilt haben, sich keiner Operation unterziehen zu lassen und lieber sterben wolle.

Wegen des rassistischen und antisemitischen Anschlags nahe der Synagoge in Halle in Sachsen-Anhalt war er 2020 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

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Am 9. Oktober 2019, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, hatte er versucht, die Synagoge von Halle zu stürmen und ein Massaker anzurichten.

Als ihm das nicht gelang, ermordete er nahe der Synagoge zwei Menschen.

Im Februar dieses Jahres war Balliet zudem wegen Geiselnahme im Gefängnis Burg zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden.

Er hatte erklärt, er habe aus dem Gefängnis ausbrechen wollen.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

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