Erschreckende Unfallstatistik - Innenminister Maier: "Betrachte ich mit erheblicher Sorge"

Erfurt - Die Thüringer Verkehrsunfallstatistik für 2023 offenbart erschreckende Zahlen. Thüringens Innenminister Georg Maier (56, SPD) äußerte sich sorgenvoll und brachte verschärfte Maßnahmen ins Spiel.

1. April 2023: Auf der B247 bei Bad Langensalza kommt es zu einem schrecklichen Verkehrsunfall. Sieben Menschen sterben. Der Unfall löste bundesweit Entsetzen aus. (Archivbild)
1. April 2023: Auf der B247 bei Bad Langensalza kommt es zu einem schrecklichen Verkehrsunfall. Sieben Menschen sterben. Der Unfall löste bundesweit Entsetzen aus. (Archivbild)  © Silvio Dietzel/dpa

Mehr Unfälle, mehr tödlich verletzte Verkehrsteilnehmer, mehr Schwerverletzte bei Unfällen unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln, mehr Unfälle unter dem Einfluss von Alkohol insgesamt, mehr Unfälle mit Beteiligung junger Fahrer/-innen (18 bis unter 25 Jahre), mehr Unfälle mit Beteiligung von Verkehrsteilnehmern ab 65 Jahren, mehr Unfälle mit Beteiligung von Fußgängern!

All das geht aus der aktuellen, vom Ministerium für Inneres und Kommunales herausgegebenen Thüringer Verkehrsunfallstatistik hervor. "Die negative Entwicklung der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle, der tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer, der Unfälle unter Alkoholeinfluss, aber auch die Hauptursachen der Unfälle wie überhöhte Geschwindigkeit betrachte ich mit erheblicher Sorge", sagte Innenminister Maier laut Mitteilung des Ministeriums.

Besonders in Erinnerung bleibt ein Unfall mit sieben Toten im Unstrut-Hainich-Kreis, der sich am kommenden Ostermontag (1. April) erstmals jährt.

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"Dieser Unfall hat mich sehr betroffen und nachdenklich gemacht. In Bruchteilen einer Sekunde waren sieben Leben ausgelöscht. Jedes Mal, wenn ich die Stelle passiere, bin ich in Gedanken bei den Angehörigen", so Maier laut Mitteilung.

Maier: "Die Legalisierung von Cannabis ist sicherlich kein Beitrag zur Verkehrssicherheit"

Thüringens Innenminister Georg Maier (56, SPD) betrachtet bestimmte Entwicklungen, die aus der aktuellen Unfallstatistik hervorgehen, mit "erheblicher Sorge". (Archivbild)
Thüringens Innenminister Georg Maier (56, SPD) betrachtet bestimmte Entwicklungen, die aus der aktuellen Unfallstatistik hervorgehen, mit "erheblicher Sorge". (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa

Nach Angaben des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales wurden im Jahr 2023 97 Personen auf Thüringer Straßen tödlich verletzt - das sind den Angaben zufolge zwölf Menschen (14,1 Prozent) mehr als 2022.

Zusammengefasst bleibe in Thüringen Raserei das Hauptproblem. Aber auch das Fahren unter Alkoholeinfluss habe weiter zugenommen, so Maier den Angaben nach.

"Auf diese Entwicklung werde ich in den nächsten Monaten mein besonderes Augenmerk richten", erklärte der Innenminister laut Ministerium. Hier müsse man "unsere" Kontrolltätigkeit intensivieren, aber auch präventiv nachschärfen, wird der SPD-Politiker wiedergegeben.

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Die Cannabis-Legalisierung sei "sicherlich" kein Beitrag zur Verkehrssicherheit, sagte der Innenminister den Angaben zufolge. Es komme jetzt darauf an, dass man "leicht handhabbare Test- und Kontrollverfahren" schnell in Anwendung bringen könne, wird Maier weiter zitiert.

Die Statistik für das zurückliegende Jahr offenbart jedoch auch Positives: weniger tödlich verunglückte Fußgänger, weniger Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen, weniger Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel (ohne Alkohol), weniger Unfälle mit Beteiligung von Kleintransportern (bis 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse) im Sektor Güterverkehr.

Titelfoto: Silvio Dietzel/dpa

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