Heftiges Unwetter im Norden: Faustdicke Hagelkörner und Starkregen sorgen für Verwüstung
Elmshorn/Tostedt - Heftige Unwetter haben am Montag für Verwüstung im Norden gesorgt. Besonders betroffen waren Elmshorn (Schleswig-Holstein), der Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) und die Gemeinde Tostedt (Niedersachsen).
Mit diesen Ausmaßen hat auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) nicht gerechnet! Kalte Luft in der Höhe habe für das Unwetter gesorgt, das am Montag ab 16 Uhr über Norddeutschland zog, so eine Sprecherin des DWD gegenüber TAG24.
Los ging es am Nachmittag in Schleswig-Holstein mit zwei Zellen über dem Kreis Herzogtum Lauenburg und der Stadt Elmshorn.
Allein in Elmshorn rückte die Feuerwehr zu 111 unwetterbedingten Einsätzen aus, bestätigte ein Sprecher der Feuerwehr gegenüber TAG24. Unter anderem sei es zu zwei Blitzeinschlägen gekommen. Teilweise seien Regenmassen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter gefallen, die für Überflutungen sorgten.
Das Unwetter verschonte auch nicht die Polizei, die einen Dienstwagen versenkte.
"Eine Unterführung ist komplett vollgelaufen. Das war wie ein Pool mit fast vier Metern Wassertiefe. Da war dann auch der Streifenwagen drin", so der Sprecher.
Auch in Tostedt kam es ganz dicke! In der Samtgemeinde im Kreis Harburg hatten die Einsatzkräfte Probleme, überhaupt zur Wache zu kommen. "Beim Verlassen der Haustür war der Hagel schon so stark, dass die Eigengefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte", so Nils Renken, Sprecher der Feuerwehren der Samtgemeinde Tostedt.
Die Hagelkörner seien faustdick gewesen.
Hagel zerstört Dächer und Scheiben
"Das war massivster Hagel mit Sturm, Regen und allem, was man sich vorstellen kann. Also wirklich eine lokale Gewitterzelle, die dort abgeregnet ist", beschreibt Renken.
"Und es ist tatsächlich nicht übertrieben, dass dabei ganze Straßenzüge an Dächern durchschlagen worden sind durch den Hagel. Etliche Scheiben und auch Autos sind zu Bruch gegangen", sagt der Sprecher.
Ähnliches erlebten auch die Einwohner des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Besonders betroffen war die Stadt Hagenow, wo ebenfalls Hagelkörner mit der Größe von Tennisbällen gefallen sein sollen.
In Westmecklenburg rückten die Kräfte zwischen 17.30 Uhr und 20.30 Uhr zu 170 Einsätzen aus, bestätigte ein Sprecher der Leitstelle Westmecklenburg gegenüber TAG24.
Immerhin kam es trotz des heftigen Unwetters nicht zu Verletzten.
Titelfoto: Florian Sprenger

