Sturmtief "Elli" friert uns ein: Zugverkehr in Leipzig weitestgehend eingestellt

Deutschland - Eine turbulente Wetterlage macht Deutschland zu schaffen. Sturmtief "Elli" bringt viel Neuschnee und Sturmböen. Im Laufe des Wochenendes soll sich die Lage jedoch wieder bessern.

Frost, Glätte und Schneeverwehungen werden zur Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer.
Frost, Glätte und Schneeverwehungen werden zur Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer.  © Bildmontage: Lars Penning/dpa, Deutscher Wetterdienst

Wintersturm "Elli" ist am Freitag mit massivem Schneefall über Deutschland hinweg gefegt und hat insbesondere den Bahnverkehr erheblich gestört.

Die Deutsche Bahn stellte ihren Fernverkehr im Norden komplett ein, zudem war der Regionalverkehr teilweise stark beeinträchtigt.

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor unwetterartigen Schneeverwehungen im Norden und Osten sowie zeitweise vor Schnee und Straßenglätte in anderen Landesteilen. Es gab zahlreiche Unfälle.

Sachsen-Anhalt im Winterchaos: Wetterdienste warnen vor Glätte und Schnee
Unwetter Deutschland Sachsen-Anhalt im Winterchaos: Wetterdienste warnen vor Glätte und Schnee

Der Schienenverkehr im Großraum Hannover wurde gänzlich unterbrochen, was auch über Norddeutschland hinaus zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen führte.

TAG24 berichtet im Liveticker über die aktuelle Lage.

10. Januar, 8.29 Uhr: Sturmtief bringt bis zu 50 Zentimeter Neuschnee

Schnee, Verwehungen und Sturmböen: Wegen Sturmtief "Elli" herrscht in Teilen Baden-Württembergs am Wochenende Unwettergefahr.

Bis in die Nacht zum Sonntag gilt für mehrere Regionen im Schwarzwald eine Unwetterwarnung der Stufe 3 von 4 des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Wer unterwegs ist, sollte sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Den ganzen Samstag über rechnet der DWD mit starkem Schneefall, vor allem im Schwarzwald. Oberhalb von 600 Metern sei mit Mengen zwischen 20 und 40 Zentimetern Neuschnee zu rechnen. In Hochlagen des Schwarzwaldes könnten bei unwetterartigem Schneefall bis zu 50 Zentimeter fallen.

Manche Regionen können sich vor Schnee kaum retten.
Manche Regionen können sich vor Schnee kaum retten.  © Moritz Frankenberg/dpa

10. Januar, 8 Uhr: Schneepflug stürzt Abhang hinunter

Ein Schneepflug ist auf einer Bundesstraße im Nordschwarzwald ins Rutschen geraten und einen Abhang hinuntergestürzt.

Das Räumfahrzeug überschlug sich dabei und blieb am Fuß des Abhangs liegen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die beiden Insassen erlitten leichte Verletzungen.

Den Angaben zufolge war die Fahrbahn der B462 bei Forbach (Kreis Rastatt) glatt. Wegen der Bergungsarbeiten ist die Bundesstraße gesperrt.

10. Januar, 7.35 Uhr: Zugverkehr in Leipzig weitestgehend eingestellt

Aufgrund mehrerer Weichenstörungen im Leipziger Hauptbahnhof sind nur noch sehr wenige Strecken befahrbar. Der Zugverkehr ist damit weitgehend zum Erliegen gekommen.

Laut Informationen der Deutschen Bahn sind aktuell mehrere Weichentrupps unterwegs, um die Verkehrslage schnellstmöglich wieder zu normalisieren.

Eine Störung am Leipziger Hbf hat den Zugverkehr zum Erliegen gebracht.
Eine Störung am Leipziger Hbf hat den Zugverkehr zum Erliegen gebracht.  © Robert Michael/dpa

9. Januar, 20.58 Uhr: Busverkehr in Stadt und Region Hannover komplett eingestellt

Wegen des starken Winterwetters ist der Busverkehr in Stadt und Region Hannover seit 19 Uhr komplett eingestellt.

Nach Vorfällen mit festgefahrenen und rutschenden Bussen sei die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr gewährleistet, teilte das zuständige Verkehrsunternehmen Üstra mit.

Der Busverkehr in Hannover ist zum Erliegen gekommen. (Archivbild)
Der Busverkehr in Hannover ist zum Erliegen gekommen. (Archivbild)  © Moritz Frankenberg/dpa

9. Januar, 19.28 Uhr: Sturmwarnung für die deutsche Nordseeküste

Der Seewetterdienst Hamburg hat für die deutsche Nordseeküste eine amtliche Sturmwarnung herausgegeben.

Davon betroffen ist unter anderem die Ostfriesische Küste, wo mit Ostwind der Stärke 8 und Böen mit Windstärke 10 zu rechnen sei. Das sind Windgeschwindigkeiten von 62 bis 74 beziehungsweise 89 bis 102 km/h.

In der Elbmündung muss den Angaben zufolge mit Windstärke 7 bis 8 und Böen von Windstärke 10 gerechnet werde. Betroffen sind auch das Seegebiet Helgoland (8/Böen von 10), die nordfriesische Küste (7 bis 8, Böen von 10) und die Elbe von Cuxhaven bis Hamburg (6 bis 7, Böen von 9).

9. Januar, 19.25 Uhr: Kreuzfahrtschiff vorzeitig zurückgekehrt

Ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Aida ist wegen des Sturmtiefs "Elli" vorzeitig nach Hamburg zurückgekehrt.

Das Schiff kam am frühen Freitagmorgen im Hamburger Hafen an, wie die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida mitteilte. Ursprünglich hätte es am Samstagmorgen Hamburg erreichen sollen. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet.

Nach Reedereiangaben hätte die "Aidanova" am Donnerstag eigentlich die englische Hafenstadt Southampton anlaufen sollen. Der Stopp entfiel, und das Schiff begab sich am Mittwochabend ab Cherbourg in Nordfrankreich direkt auf Fahrt nach Hamburg.

Wegen Sturmtief "Elli" lief das Kreuzfahrtschiff "Aidanova" früher als geplant wieder im Hamburger Hafen ein. (Archivbild)
Wegen Sturmtief "Elli" lief das Kreuzfahrtschiff "Aidanova" früher als geplant wieder im Hamburger Hafen ein. (Archivbild)  © Marcus Brandt/dpa

9. Januar, 18.32 Uhr: Lawinengefahr in Bayern erheblich

Mit stürmischem Westwind und Schneefall ist die Lawinengefahr in den bayerischen Bergen angestiegen.

Oberhalb der Waldgrenze ist die Gefahr nun erheblich, unterhalb mäßig. "Das Problem ist in allen Höhenlagen der Triebschnee", urteilt der Lawinenwarndienst Bayern. "Schneebrettlawinen können in eingewehten Bereichen, besonders an Steilhängen der Expositionen Nordwest über Ost bis Süd und in Rinnen und Mulden mit geringer Zusatzbelastung leicht ausgelöst werden."

Gefahrenstellen befänden sich auch im Übergangsbereich zwischen Wald und freier Fläche, in Waldschneisen und Lichtungen. "Lawinen können vereinzelt auch groß werden", hieß es. Durch den stürmischen Wind wachsen die Triebschneeansammlungen demnach weiter an. Sie seien sehr störanfällig. Auch in den nächsten Tagen bleibt die Lawinenlage der Prognose zufolge vorerst kritisch.

In Bayern ist die Lawinengefahr erheblich. (Archivbild)
In Bayern ist die Lawinengefahr erheblich. (Archivbild)  © Jakob Gruber/APA/dpa

9. Januar, 17.26 Uhr: Bahn will Fernverkehr im Norden am Samstag wieder aufnehmen

Die Deutsche Bahn will den wegen Unwetters eingestellten Fernverkehr in Norddeutschland am Samstagmorgen wieder schrittweise aufnehmen.

Am Samstag sei trotzdem bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.

In den betroffenen Regionen im Norden hatten laut Bahn insbesondere Schneeverwehungen für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt. Die Bahn bittet alle Reisenden, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf der Internetseite der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.

In Norddeutschland soll der Fernverkehr ab Samstag wieder anrollen.
In Norddeutschland soll der Fernverkehr ab Samstag wieder anrollen.  © Christian Charisius/dpa

9. Januar, 16.44 Uhr: Partie zwischen Werder Bremen und Hoffenheim abgesagt

Die für Samstagnachmittag angesetzte Partie des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim wird aufgrund der Witterungsbedingungen nicht stattfinden.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Begegnung am Freitagnachmittag nach intensiven Gesprächen zwischen den Vereinen, dem Stadionbetreiber und den Behörden abgesagt.

Grund für die Absage ist eine erhebliche Glättebildung in den Umläufen, Zuschauerbereichen und Verkehrsflächen im Weserstadion sowie erhebliche Schneeverwehungen in weiten Teilen des Stadionareals. Daraus ergeben sich eingeschränkte Zugänge und die dadurch nicht sichere Nutzung von Rettungs- und Fluchtwegen.

Die Partie zwischen Werder Bremen und Hoffenheim im Weser-Stadion muss am Samstag entfallen.
Die Partie zwischen Werder Bremen und Hoffenheim im Weser-Stadion muss am Samstag entfallen.  © Sina Schuldt/dpa

9. Januar, 15.51 Uhr: Fährfahrten zwischen Rostock und Gedser abgesagt

Wegen des teils stürmischen Winterwetters sind mehrere Fährfahrten zwischen Rostock und dem dänischen Gedser am Freitag abgesagt worden.

Der Betrieb werde voraussichtlich am Samstagmorgen mit Abfahrten von Rostock und Gedser wieder aufgenommen, teilte die Reederei Scandlines mit.

Auf der Linie Rødby – Puttgarden gebe es weiterhin Betrieb, jedoch könne es aufgrund der Wetterbedingungen zu längeren Reisezeiten kommen. "Fahrgäste werden gebeten, wegen Schnee und Kälte besondere Vorsicht walten zu lassen", heißt es.

Titelfoto: Robert Michael/dpa

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