Sturmtief "Elli" friert uns ein: Busverkehr in Stadt und Region Hannover komplett eingestellt

Deutschland - Eine turbulente Wetterlage macht Deutschland zu schaffen. Das Sturmtief "Elli" zieht über den Norden hinweg und hat auch Mitteldeutschland erreicht.

Große Teile Deutschlands stellen sich auf Schnee, Sturm, Frost und Glätte ein.  © Bildmontage/Screenshot/Deutscher Wetterdienst, Matthias Bein/dpa

Der Wintersturm "Elli" zieht mit viel Schnee über Niedersachsen und Bremen. Im Tagesverlauf wird sich das nicht groß ändern, am Freitagnachmittag allerdings wird der Schneefall leicht nachlassen.

Ein Experte vom Deutschen Wetterdienst sprach von einer "ordentlichen Schneedecke", was es nicht in jedem Winter gebe. Er betonte, es sei eine außergewöhnliche Wetterlage - aber keine Katastrophe.

Orkanartige Böen und Unwetter gibt es auch im Schwarzwald und auf dem Brocken. Im Osten Sachsens bleibt es am längsten ruhig: Dort wird der Schneefall erst gegen Mittag oder Nachmittag einsetzen, zudem in deutlich geringeren Mengen.

Wetter Deutschland Die klirrende Kälte kommt! Wetterdienst warnt vor Frost-Nacht in Sachsen

TAG24 berichtet im Liveticker über die aktuelle Lage.

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9. Januar, 20.58 Uhr: Busverkehr in Stadt und Region Hannover komplett eingestellt

Wegen des starken Winterwetters ist der Busverkehr in Stadt und Region Hannover seit 19 Uhr komplett eingestellt.

Nach Vorfällen mit festgefahrenen und rutschenden Bussen sei die Sicherheit der Fahrgäste nicht mehr gewährleistet, teilte das zuständige Verkehrsunternehmen Üstra mit.

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Der Busverkehr in Hannover ist zum Erliegen gekommen. (Archivbild)  © Moritz Frankenberg/dpa

9. Januar, 19.28 Uhr: Sturmwarnung für die deutsche Nordseeküste

Der Seewetterdienst Hamburg hat für die deutsche Nordseeküste eine amtliche Sturmwarnung herausgegeben.

Davon betroffen ist unter anderem die Ostfriesische Küste, wo mit Ostwind der Stärke 8 und Böen mit Windstärke 10 zu rechnen sei. Das sind Windgeschwindigkeiten von 62 bis 74 beziehungsweise 89 bis 102 km/h.

In der Elbmündung muss den Angaben zufolge mit Windstärke 7 bis 8 und Böen von Windstärke 10 gerechnet werde. Betroffen sind auch das Seegebiet Helgoland (8/Böen von 10), die nordfriesische Küste (7 bis 8, Böen von 10) und die Elbe von Cuxhaven bis Hamburg (6 bis 7, Böen von 9).

9. Januar, 19.25 Uhr: Kreuzfahrtschiff vorzeitig zurückgekehrt

Ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Aida ist wegen des Sturmtiefs "Elli" vorzeitig nach Hamburg zurückgekehrt.

Das Schiff kam am frühen Freitagmorgen im Hamburger Hafen an, wie die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida mitteilte. Ursprünglich hätte es am Samstagmorgen Hamburg erreichen sollen. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet.

Nach Reedereiangaben hätte die "Aidanova" am Donnerstag eigentlich die englische Hafenstadt Southampton anlaufen sollen. Der Stopp entfiel, und das Schiff begab sich am Mittwochabend ab Cherbourg in Nordfrankreich direkt auf Fahrt nach Hamburg.

Wegen Sturmtief "Elli" lief das Kreuzfahrtschiff "Aidanova" früher als geplant wieder im Hamburger Hafen ein. (Archivbild)  © Marcus Brandt/dpa

9. Januar, 18.32 Uhr: Lawinengefahr in Bayern erheblich

Mit stürmischem Westwind und Schneefall ist die Lawinengefahr in den bayerischen Bergen angestiegen.

Oberhalb der Waldgrenze ist die Gefahr nun erheblich, unterhalb mäßig. "Das Problem ist in allen Höhenlagen der Triebschnee", urteilt der Lawinenwarndienst Bayern. "Schneebrettlawinen können in eingewehten Bereichen, besonders an Steilhängen der Expositionen Nordwest über Ost bis Süd und in Rinnen und Mulden mit geringer Zusatzbelastung leicht ausgelöst werden."

Gefahrenstellen befänden sich auch im Übergangsbereich zwischen Wald und freier Fläche, in Waldschneisen und Lichtungen. "Lawinen können vereinzelt auch groß werden", hieß es. Durch den stürmischen Wind wachsen die Triebschneeansammlungen demnach weiter an. Sie seien sehr störanfällig. Auch in den nächsten Tagen bleibt die Lawinenlage der Prognose zufolge vorerst kritisch.

In Bayern ist die Lawinengefahr erheblich. (Archivbild)  © Jakob Gruber/APA/dpa

9. Januar, 17.26 Uhr: Bahn will Fernverkehr im Norden am Samstag wieder aufnehmen

Die Deutsche Bahn will den wegen Unwetters eingestellten Fernverkehr in Norddeutschland am Samstagmorgen wieder schrittweise aufnehmen.

Am Samstag sei trotzdem bundesweit noch mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen, teilte das Unternehmen mit.

In den betroffenen Regionen im Norden hatten laut Bahn insbesondere Schneeverwehungen für erhebliche Beeinträchtigungen gesorgt. Die Bahn bittet alle Reisenden, sich vor Fahrtantritt in der App DB Navigator und auf der Internetseite der Bahn über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.

In Norddeutschland soll der Fernverkehr ab Samstag wieder anrollen.  © Christian Charisius/dpa

9. Januar, 16.44 Uhr: Partie zwischen Werder Bremen und Hoffenheim abgesagt

Die für Samstagnachmittag angesetzte Partie des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim wird aufgrund der Witterungsbedingungen nicht stattfinden.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Begegnung am Freitagnachmittag nach intensiven Gesprächen zwischen den Vereinen, dem Stadionbetreiber und den Behörden abgesagt.

Grund für die Absage ist eine erhebliche Glättebildung in den Umläufen, Zuschauerbereichen und Verkehrsflächen im Weserstadion sowie erhebliche Schneeverwehungen in weiten Teilen des Stadionareals. Daraus ergeben sich eingeschränkte Zugänge und die dadurch nicht sichere Nutzung von Rettungs- und Fluchtwegen.

Die Partie zwischen Werder Bremen und Hoffenheim im Weser-Stadion muss am Samstag entfallen.  © Sina Schuldt/dpa

9. Januar, 15.51 Uhr: Fährfahrten zwischen Rostock und Gedser abgesagt

Wegen des teils stürmischen Winterwetters sind mehrere Fährfahrten zwischen Rostock und dem dänischen Gedser am Freitag abgesagt worden.

Der Betrieb werde voraussichtlich am Samstagmorgen mit Abfahrten von Rostock und Gedser wieder aufgenommen, teilte die Reederei Scandlines mit.

Auf der Linie Rødby – Puttgarden gebe es weiterhin Betrieb, jedoch könne es aufgrund der Wetterbedingungen zu längeren Reisezeiten kommen. "Fahrgäste werden gebeten, wegen Schnee und Kälte besondere Vorsicht walten zu lassen", heißt es.

9. Januar, 15.51 Uhr: Sturmflut könnte heftiger ausfallen als gedacht

Die Sturmflut der Ostsee könnte höher steigen als zunächst erwartet.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) geht jetzt von einem maximalen Wasserstand bis 1,5 Meter über normal in Flensburg aus. Tiefer gelegene Bereiche am Hafen würden dann überschwemmt.

Für die Kieler Bucht erwartet das BSH maximal 1,4 Meter und für Lübeck 1,2 Meter. Auch in der Hansestadt wird das Wasser dann örtlich über das Ufer treten.

Womöglich steigt die Sturmflut höher als zunächst angenommen.  © Daniel Bockwoldt/dpa

9. Januar, 15.25 Uhr: Seenotretter bringen Patienten von Spiekeroog an Land

Weil Rettungshubschrauber wegen des Schneesturms aktuell nicht abheben können, haben Seenotretter einen Patienten per Schiff von der ostfriesischen Insel Spiekeroog ans Festland gebracht.

"Es war ein dringender Krankentransport", sagte ein Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen auf Anfrage. Trotz Windstärke acht und Schneetreiben auf der Nordsee sei der Transport gut verlaufen.

Die freiwilligen Seenotretter der Station Neuharlingersiel hatten sich den Angaben nach mitten im Wintersturm "Elli" mit ihrem Seenotrettungsboot "Courage" auf den Weg zur Insel gemacht, um dem Patienten zu helfen. Als sie zurück in Neuharlingersiel waren, übergaben sie den Patienten an den Rettungsdienst am Festland.

Per Schiff haben Seenotretter einen Patienten von der ostfriesischen Insel Spiekeroog zum Festland transportiert. (Symbolfoto)  © Focke Strangmann/dpa

9. Januar, 14.48 Uhr: Winterwetter legt Schulbetrieb in Teilen Thüringens lahm

Schnee und winterliche Straßenverhältnisse haben in Thüringen zu massiven Einschränkungen im Schulbetrieb geführt.

Mehr als 200 der rund 800 staatlichen Schulen im Freistaat blieben nach aktuellem Stand geschlossen oder stellten auf Distanzunterricht um, teilte das Bildungsministerium mit. Für Kinder bis zur sechsten Klasse sei landesweit eine Notbetreuung sichergestellt.

Besonders stark betroffen waren Nordthüringer Schulen in den Landkreisen Kyffhäuser, Nordhausen und Eichsfeld. Überdurchschnittlich viele Ausfälle gab es auch in den Landkreisen Wartburg sowie Schmalkalden-Meiningen. Genaue Zahlen liegen bislang nicht vor, da die Rückmeldungen der Schulen weiterhin bei den Schulämtern und im Ministerium eingehen.

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