Misstöne vor neuer Saison: Rot-Weiß Erfurt verklagt eigenen Hauptsponsor

Erfurt - Eigentlich sollte sich am Mittwochnachmittag in einem Erfurter Einkaufszentrum alles um die Mannschaft für die kommenden Saison drehen, doch bei Rot-Weiß Erfurt steht derzeit eine verwundernde Klage im Vordergrund.

Die Mannschaft wurde in einem Erfurter Einkaufszentrum den Fans vorgestellt.
Die Mannschaft wurde in einem Erfurter Einkaufszentrum den Fans vorgestellt.  © Matthias Gränzdörfer

Denn wie Insolvensverwalter Volker Reinhardt am Mittwochabend einen Bild-Bericht bestätigte, hat der Verein seinen eigenen Hauptsponsor, dass Autohaus König, verklagt. Grund seien ausstehende Sponsorenzahlungen.

Dabei gehört das Autohaus aus Berlin zu DEN Geldgebern des Vereins, half in den schweren Phasen immer wieder mit großen Summen aus, überwies bisher seine Raten sogar überpünktlich, damit der Verein schneller an das Geld kam. Nun will man aber anscheinend nicht mehr einfach so das Geld bereitstellen.

Auf Nachfrage habe er erfahren, dass das Autohaus erst wieder zahlen wolle, wenn der Verein entsprechende Sicherheiten hinterlege, so Reinhardt. Mit der Klage gegen den eigenen Hauptsponsor, der nach einem Bild-Bericht, auch schon mal 10.000 Euro in der VIP-Loge spendet, nachdem Borussia Dortmund nicht zu einem Benefiz-Spiel landen konnte und überlegt hatte, als Investor einzusteigen, scheint das Tischtuch nun zerschnitten zu sein.

Eine Zusammenarbeit über die laufende Vertragszeit von 2020 steht deswegen nun wohl unter schlechten Sternen. Entscheidend sei, wie und mit wem es bei RWE weitergehe und mit wem sich das Autohaus im Marketing aufstelle, gab Reinhardt an. Der Sponsor selber, wollte sich nicht zu der Klage äußern.

Mannschaftsvorstellung vor dem Auftakt

Trainer Thomas Brdaric (3.v.li.) bei der Vorstellung.
Trainer Thomas Brdaric (3.v.li.) bei der Vorstellung.  © Matthias Gränzdörfer

Am kommenden Samstag starten die Erfurter dann endlich sportlich in die neue Saison, treffen um 13.30 Uhr in der Hauptstadt auf Viktoria Berlin. Bei der Mannschaftsvorstellung zeigten sich die Spieler nicht nur in neuer Zusammenstellung, sondern ließen sich von den rund 200 anwesenden Fans auch ordentlich feiern.

Besonders freute es die zu hören, dass die Mannschaft an den Aufstieg zurück in die 3. Liga glaubt.

Um das Profi-Geschäft auf einen neuen, sicheren Zweig aufzustellen, wurde in der Zwischenzeit eine GmbH gegründet, deren Anteile der Verein besitzt. Welche Investoren hier mit an Bord sind, ist aber noch immer völlig unklar.

"Die vertrauensvollen Gespräche mit Investoren laufen auf Hochtouren und sollen sobald als möglich abgeschlossen werden", heißt es von Reinhardt in einer Erklärung auf der Homepage des Vereins.

Am Samstag werden nun aber Fans und Spieler die wirtschaftlichen Querelen rund um ihren Verein kurzzeitig vergessen und darauf hoffen, dass ihr Team mit einem Auswärtssieg in die Saison starten kann.

Volker Reinhardt hat nach der Insolvenz die Leitung des Vereins übernommen.
Volker Reinhardt hat nach der Insolvenz die Leitung des Vereins übernommen.

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