Schäl Sick in Köln – was bedeutet das?

Köln - Schäl Sick? Diesen Begriff hört man oft in Köln, vor allem auf der rechten Seite des Rheins. Denn das ist die sogenannte Schäl Sick, die mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat.

Wegweiser auf der Schäl Sick in Köln.
Wegweiser auf der Schäl Sick in Köln.  © 123RF: Erich Teister

Neben der Fehde zwischen Köln und Düsseldorf gibt es auch eine Rivalität innerhalb Kölns – nämlich zwischen der rechtsrheinischen, der sogenannten Schäl Sick, und der linksrheinischen Seite der Stadt.

Dabei werden die rechtsrheinischen von den linksrheinischen Kölnern ordentlich aufs Korn genommen mit der Behauptung, dass der linksrheinische Teil Kölns das richtige Köln sei. "Wohnst du etwa auf der falschen Seite?", ist nur eine der oft gestellten Fragen an die Menschen am rechten Rheinufer.

Natürlich ist dieser Streit zwischen den beiden Rheinseiten mit einem dicken Augenzwinkern zu betrachten. Viele Kölner machen sich einen Spaß daraus. Es gibt aber auch viele Rechtsrheiner, die das ständige Gefoppe total nervt.

Doch woher kommt dieses Konkurrenzdenken und was bedeutet Schäl Sick genau? TAG24 klärt auf:

Schäl Sick Köln: Diese Bedeutung steckt dahinter

Der Ursprung von "Schäl Sick": Die Rivalität zwischen Römern und Germanen.
Der Ursprung von "Schäl Sick": Die Rivalität zwischen Römern und Germanen.  © 123RF: saiko3p

Schäl bedeutet auf Kölsch so viel wie schlecht oder falsch (auch schielen). Sick (eigentlich Sigg) ist das kölsche Wort für Seiteschäl Sick heißt also falsche Seite.

Daraus hat sich ein feststehender Ausdruck in Großschreibung für das rechtsrheinische Köln entwickelt, die Schälsick oder Schäl Sick. Wer hier wohnt, lebt also auf der schlechten Seite. Zumindest behaupten das die linksrheinischen Kölner häufig ironisch.

Worin liegt der Ursprung dieser nicht so ernst gemeinten Feindschaft gegen die Schäl Sick?

Ganz geklärt ist das Zerwürfnis der Rheinseiten in Köln und der Region bis heute nicht.

Man vermutet aber, dass der Ursprung in der Besiedelung durch die Römer liegt. Die ließen sich vor allem links des Rheins nieder. Das hatte letztendlich vor allem eine religiöse Trennung zur Folge, denn: Im römischen Reich hatte sich das Christentum stark ausgebreitet.

Auf der Schäl Sick jedoch, wo die Römer sich erst später ansiedelten, lebten die Germanen, die ihrem germanischen Gott Odin huldigten. Der galt unter Römern als falscher Gott ("schäl"), der unzivilisiert und barbarisch sei. Somit war für die Kölner links vom Rhein klar, dass die andere Seite die Schäl Sick sein muss, wo die heidnischen und unkultivierten Germanen leben.

Anfangs gab es nur eine kleine Legion am rechten Rheinufer auf Höhe des Doms. Von da an entwickelten sich die rechtsrheinischen Stadtteile über die Jahrtausende zu dem, was die rechte Rheinseite heute darstellt. Der Name Schäl Sick ist geblieben.

Ist es linksrheinisch besser als rechtsrheinisch in Köln?

Der schöne neue Rheinboulevard auf der Schäl Sick.
Der schöne neue Rheinboulevard auf der Schäl Sick.  © 123RF: rclassenlayouts

Touristen, Studenten und Zugezogene, aber auch Einheimische – die meisten zieht es auf die gegenüberliegende Seite der Schäl Sick.

Auch der Karneval findet überwiegend auf der Domseite statt.

Doch wie wir schon in unserem Report über die Kölner Stadtteile geklärt haben, sind die Viertel rechts von der Elbe sehr lebenswert und bieten allerhand Kultur- und Freizeitmöglichkeiten.

Die Schäl Sick kann zwar nicht mit Touristenmagneten wie dem Kölner Dom glänzen, hat aber viele andere Vorteile zu bieten.

Da wäre zum Beispiel die deutlich entspanntere Wohnsituation:

Nicht nur wegen des besseren Rufs, sondern auch wegen der Universität, den Touristenhighlights oder der Shoppingmeilen wollen viele lieber links des Rheins wohnen. In den angesagten Vierteln ist die Wohnungssuche daher schwierig. Auf der rechten Seite des Rheins ist es deutlich einfacher und auch günstiger, eine Wohnung anzumieten.

Die Schäl Sick wird immer beliebter

Durch einen wachsenden Zuzug auf der Schäl Sick haben sich die Viertel dort in den letzten Jahren ganz schön gemausert: Stadtteile wie Mülheim, Deutz oder Kalk werden immer beliebter. Es wurde viel saniert, ausgebaut, die Infrastruktur verbessert und Kunst und Kultur haben Einzug erhalten.

Mit dem Bau der Rheintreppen – dem Rheinboulevard – zieht die rechte Seite nun auch große Menschenmassen inklusive Touristen auf die Schäl Sick – zugegeben, vor allem um die linke Rheinseite samt Dom bestaunen zu können.

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