Nach Zugunglück mit drei Toten in Riedlingen: Spezialisten geben Ursache bekannt
Von David Nau, Aleksandra Bakmaz
Bonn/Riedlingen - Knapp ein Jahr nach dem Zugunglück von Riedlingen mit drei Toten und zahlreichen Verletzten ist die Ursache geklärt.
Der Unfall sei durch einen Hangrutsch infolge von Starkregen ausgelöst worden, heißt es in einem Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn. Diese Ursache hatten Polizei und Staatsanwaltschaft schon kurz nach dem Unglück vermutet.
Am 27. Juli 2025 war ein Regionalzug nahe einem Ortsteil von Riedlingen im Landkreis Biberach entgleist.
Eine 70 Jahre alte Reisende, ein 32 Jahre alter Lokführer und ein 36 Jahre alter Bahn-Auszubildender starben. 36 Passagiere wurden nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft verletzt, einige davon lebensgefährlich.
Unter den Verletzten waren demnach zwei Kinder im Alter von sieben und 13 Jahren. Der Zug war auf dem Weg von Sigmaringen nach Ulm.
Nach dem Zugunglück hatte die Staatsanwaltschaft Ravensburg ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Dies ist bei nicht natürlichen Todesfällen üblich.
Laut einem Sprecher der Behörde sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Man warte immer noch auf das geologische Gutachten.
Schweres Unwetter in der Region
Kurz vor dem Unglück hatte es ein schweres Unwetter mit Starkregen in der Region gegeben. Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft gingen früh davon aus, dass ein dadurch ausgelöster Erdrutsch direkt an der Strecke die Entgleisung verursachte.
Mehrere Waggons verkeilten sich ineinander.
Der erste Wagen wurde eine Böschung hinaufgeschoben und krachte gegen einen Baum, wobei die Front abriss.
Die Bahnstrecke war monatelang gesperrt. Die Bahn musste die Gleise im Bereich der Unfallstelle auf einer Länge von rund 300 Metern erneuern.
Damit wurden fast 700 Meter Schiene und rund 500 Betonschwellen ausgetauscht. Zudem mussten auch Signalkabel ausgetauscht werden. Eine Oberleitung gibt es dort nicht, da die Strecke nicht elektrifiziert ist.
Titelfoto: Bernd Weißbrod/dpa

