Von Sabine Dobel
München – Nach der Brenner-Blockade Ende Mai droht die nächste Einschränkung auf einer wichtigen Alpenroute: Wegen einer Demonstration wird die Fernpassstraße in Tirol an mindestens einem, möglicherweise aber zwei Reisesamstagen in den Sommerferien vormittags für zwei Stunden gesperrt.
Weshalb wird der Fernpass gesperrt? Grund ist am 27. Juni eine Anwohner-Demonstration aus Protest gegen die Verkehrsflut und geplante Tunnelprojekte. Vorbild: die Brennerdemo am 30. Mai. Die Komplettsperre an einem der wichtigsten Alpenpässe hatte für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Ein Gericht hatte erstmals eine Demonstration direkt auf der Autobahn genehmigt. Nach massiven Stauwarnungen hatten die meisten Autofahrer wohl ihre Reisen verschoben - die Straßen blieben unerwartet leer.
Wann wird die Fernpass-Route gesperrt? Am Samstag, 27. Juni, wird nun die B179 von 10 bis 12 Uhr zwischen Reutte und Nassereith für den Verkehr komplett gesperrt. Eine weitere zweistündige Demo am Fernpass haben Bürgerinitiativen für den 1. August angemeldet. Tirol will erst die Erfahrungen der ersten Demo abwarten und dann über den 1. August entscheiden.
Wie groß ist die Staugefahr? Der Termin fällt auf den Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Vor allem am Samstagvormittag wird auf der Strecke entsprechend Reiseverkehr erwartet. Anders als bei der ganztägigen Brenner-Sperre handelt es sich am Fernpass zwar nur um eine zweistündige Unterbrechung.
Dennoch könnten sich schon vor Beginn der Sperre Staus bilden, auch nach der Freigabe sei mit Verzögerungen zu rechnen, hieß es beim ADAC.
Das rät die Polizei zur Sperre der Fernpassstraße
"Von nicht unbedingt erforderlichen Fahrten in Richtung Tirol rät die Polizei an diesem Tag ab", mahnt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West und warnt: "Die Ausweichrouten werden nach derzeitigem Erkenntnisstand stark belastet sein."
Auch der Tipp des ADAC Südbayern lautet: am besten zeitlich ausweichen. Wer die Reise früh am Morgen antritt oder auf einen anderen Zeitpunkt verlegt, hat demnach die größten Chancen, gut durchzukommen.
Wer dennoch just zu der Zeit fahren muss, sollte großräumig ausweichen. Ein Rat lautete schon bei der Brenner-Sperrung: Ausreichend Getränke und Proviant mitnehmen und den Wagen volltanken.
Am 27. Juni will der ADAC Südbayern voraussichtlich nicht extra Stauberater losschicken. Sollte der Fernpass am 1. August erneut für zwei Stunden zu sein, sollen aber die ohnehin wegen des Ferienbeginns in Bayern eingesetzten Stauberater die Lage beobachten.
Denn nun haben alle deutschen Bundesländer Sommerferien.