Tödlicher Bahnunfall in Pirna: 78-jähriger Mann wird von Zug erfasst

Pirna - Auf dem Bahnhof in Pirna ereignete sich am Mittwochmittag ein tragisches Zugunglück. Dabei verlor ein 78 Jahre alter Mann aus Dresden sein Leben.

Nach dem Unfall wurde der Bahnhofsbereich komplett abgesperrt.
Nach dem Unfall wurde der Bahnhofsbereich komplett abgesperrt.  © Daniel Förster

Gegen 13.50 Uhr wurde der Mann von einem durchfahrenden Güterzug erfasst und erlitt dabei trotz Notbremsung des Lokführers tödliche Verletzungen.

Ein Notarzt des Johanniter-Rettungsdienstes eilte umgehend zur Unfallstelle. Dort konnte er nur noch den Tod des Verunglückten feststellen.

Auch Polizei und Feuerwehr waren vor Ort. Laut eines Sprechers der Bundespolizeiinspektion Berggießhübel war der Mann vermutlich von selbst ins Gleisbett gestiegen. Ob es sich jedoch um einen Suizid handelte, ist derzeit noch unklar.

Laut Aussagen von Lokführern und Passanten wollte der Mann vom Bahnsteig 3 zum Bahnsteig 2 wechseln - womöglich, um die zur Abfahrt bereitstehende S2 zum Dresdner Flughafen zu erreichen.

Dafür nutzte er jedoch nicht die Fußgängerunterführung, sondern ging direkt über die Gleise. Dabei musste er auch das Ferngleis überqueren, auf welchem der Güterzug angefahren kam.

Alle Gleise im Bahnhofsbereich mussten nach dem Unfall gesperrt werden. Auch die internationale Bahnstrecke (Prag-Dresden-Berlin) zwischen Heidenau und Kurort Rathen war davon betroffen.

Zwischenzeitlich wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Seit 16 Uhr fahren die meisten Züge wieder, es kann jedoch noch immer zu Verspätungen kommen.

Weder Sanitäter noch Feuerwehrmänner konnten etwas für den verunglückten Mann tun.
Weder Sanitäter noch Feuerwehrmänner konnten etwas für den verunglückten Mann tun.  © Daniel Förster

Update: Unfall-Verdacht erhärtet sich

Nach Berichten von Augenzeugen und Ersthelfern scheint es sich bei dem Vorfall nicht um einen Suizid zu handeln. Der Verstorbene wollte laut Aussage des Zugführers der bereitstehenden S-Bahn offenbar ebendiese auf schnellem Wege erreichen, obwohl er noch genug Zeit gehabt hätte, um durch die Unterführung zu gehen.

Unachtsam überquerte der Mann die Gleise und bemerkte dabei den Güterzug nicht. Nach dem Warnpfiff der herannahenden Zuges eilte der 78-Jährige zur Seite. Der Güterzug erfasste ihn dennoch. Der Mann wurde daraufhin weggestoßen und erlitt schwere Verletzungen am Kopf, die schließlich zum Tod führten.

Die Polizei geht nicht von einer Straftat aus. Die Kripo hat Ermittlungen aufgenommen und versucht nun, den genauen Hergang des Unglücks nachzuvollziehen.

Titelfoto: Daniel Förster

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