Alles Gute, Uschi Glas! Das Schätzchen wird 75 Jahre alt

München - Wenn Uschi Glas heute mit ihrem Verein "brotZeit" eine Schule besucht, dann geschieht Merkwürdiges. Dann wollen die Schüler plötzlich Selfies mit ihr machen.

Uschi Glas 1973 und 2019: Am 02.03. wird die Schauspielerin 75 Jahre alt. (Bildmontage)
Uschi Glas 1973 und 2019: Am 02.03. wird die Schauspielerin 75 Jahre alt. (Bildmontage)  © DPA

Die "Fack ju Göhte"-Reihe mit ihrer Rolle als frustrierter Lehrerin Frau Leimbach-Knorr hat Uschi Glas auf dem Schulhof zum Star gemacht.

Ihr erster Erfolg liegt schon Jahrzehnte zurück 1968 brillierte sie im Film "Zur Sache, Schätzchen". Am Samstag, den 02.03.19 wird Uschi Glas 75 Jahre alt.

"Ich empfinde es als großes Glück, dass ich älter werden darf, dass ich gesund bin, dass ich fähig bin zu arbeiten, zu denken und mich zu bewegen. Das ist jetzt keine Koketterie oder so", sagt sie der Deutschen Presse-Agentur. Trotz einem halben Jahrhundert Filmgeschäft sei sie "kein großer Selbstfeierer".

Als gebürtige Niederbayerin kam Glas mit 20 nach München, allerdings nicht als Schauspielerin, sondern als Anwaltssekretärin. Auf einer Premierenfeier empfahl sie sich dann dem Produzenten Horst Wendtland als Schauspielanwärterin und bekam die erste Rolle in dem Edgar-Wallace-Film "Der unheimliche Mönch". 1966 war sie "das Halbblut Apanatschi" an der Seite von Pierre Brice als Winnetou.

Sie nahm Schauspielunterricht und so kam es schließlich zur legendären Szene, in der sie als Barbara auf der Polizeiwache einen Beinahe-Striptease hinlegt, um die Polizisten aus dem Konzept zu bringen. Mit "Zur Sache, Schätzchen" schrieb sie Filmgeschichte. Der Film erschien in Schwarz-Weiß, weil damals das Budget nicht für einen Film in Farbe reichte.

Entgegen dem 1968er Zeitgeist in der Kreativbranche bekannte sie sich nicht öffentlich zu Willy Brandt. Aus ihrer konservativen Grundhaltung und ihrer Nähe zur CSU hat Glas nie einen Hehl gemacht.

Keine Skandale, aber private Schicksalsschläge: Sohn im Big-Brother-Haus, betrügerischer Ehemann

Uschi Glas und ihr ehemaliger Lebensgefährte Max Graf Lamberg aus Österreich während eines Urlaubs im Mai 1973 im portugiesischen Albufeira. (Archivbild)
Uschi Glas und ihr ehemaliger Lebensgefährte Max Graf Lamberg aus Österreich während eines Urlaubs im Mai 1973 im portugiesischen Albufeira. (Archivbild)  © DPA

Mit Filmen wie der "Lümmel von der ersten Bank"-Reihe war es danach eher die leichtere Muse, ab Mitte der 1970er Jahre war Glas dann häufiger im Fernsehen zu sehen als auf der Kinoleinwand, spielte in verschiedenen Krimis oder Rosamunde-Pilcher-Folgen mit.

Einmal fuhr sie mit dem ZDF-"Traumschiff" nach Thailand. Ihr großes Kino-Comeback hatte sie dann als Burnout-geplagte Lehrerin in der "Fack ju Göhte"-Trilogie von Bora Dagtekin.

Glas' großes Kunststück: Sie schaffte alles ohne große Skandale, ohne Allüren, ohne dass jemand öffentlich ein böses Wort über die bodenständige Bayerin verliert. Es ist eine Bilderbuchkarriere, die die Mutter von drei Kindern hingelegt hat, keine Frage - auch wenn privat der ein oder andere Stolperstein lauerte.

Ihr Sohn Ben Tewaag machte eine Zeitlang regelmäßig Schlagzeilen, wie sie eine Mutter wohl ungern lesen möchte, landete im Knast - und im "Big Brother"-Haus von Sat.1. Ihr erster Ehemann Bernd Teewag betrog sie mit einer Jüngeren. Es war das erste und einzige Mal, dass Glas öffentlich so richtig vom Leder zog und zeigte, welches Temperament in der freundlichen Dame steckt: "Ich steh' doch nicht daheim wie ein Möbelstück rum, und er geht abends schnackseln."

Und dann war da ja noch die Sache mit ihrer Hautcreme, die der Stiftung Warentest nicht gefiel - für Uschi Glas kein Thema mehr: "Ich bin niemand, der zurückschaut", sagt sie im dpa-Interview. "Ich mag das überhaupt nicht. Das halte ich für vergeudete Zeit."

Titelfoto: DPA

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