Fund des toten Säuglings überschattet Wacken: Festival-Bilanz aber positiv

Wacken – Das wars! Die Jubiläumsausgabe des Metal-Festivals in Wacken ist zu Ende. Veranstalter und Behörden zeigten sich zufrieden - auch wenn es durchaus kritische Situationen gab.

Heavy-Metal Fans feiern beim Wacken Open Air.
Heavy-Metal Fans feiern beim Wacken Open Air.  © dpa/Axel Heimken

Kurz vor dem Abschluss des 30. Wacken-Festivals kamen Heavy-Metal-Fans noch bis zum Samstagabend in dem kleinen 1800-Seelen-Dorf musikalisch auf ihre Kosten. "Jetzt machen wir weiter bis in die Ewigkeit", sagte Festivalgründer Thomas Jensen am Samstagnachmittag.

Die Veranstalter mussten in den vergangenen drei Tagen allerdings auch durchaus kritische Situationen bewältigen. So sei die Entscheidung, das Gelände wegen drohenden Gewitters innerhalb von zwei Tagen gleich zweimal zu räumen, natürlich nicht einfach gewesen, hieß es weiter.

Am Freitagnachmittag wurde das Festivalgelände, das sogenannte Infield, wegen eines heranziehenden Gewitters für zwei Stunden geräumt.

Die Besucher wurden aufgefordert, in ihren Autos Schutz zu suchen. Schon am Mittwochabend sperrten die Veranstalter das Gelände kurzzeitig wegen eines Gewitters. Durch die gute Kooperation mit Fans und Behörden habe man das aber "mit Bravour" meistern können.

Auch die Polizei zeigte sich am Samstagnachmittag zufrieden. "Für uns war es sehr ruhig und sehr entspannt", sagte Sabrina Wiese von der Polizei Itzehoe. Es gebe immer ein angenehmes Miteinander mit den Fans, das sei man als Polizei nicht gewohnt. "Wir freuen uns auf die nächsten 30 Jahre Wacken Open Air."

Toter Säugling auf Feld gefunden

© dpa/Axel Heimken

Wiese äußerte sich auch zu dem Fund eines toten Säuglings auf einem Feld nahe Rendsburg (TAG24 berichtete).

Die 26-jährige Mutter des Kindes wurde in der Nacht zu Freitag auf dem Wacken-Festival festgenommen. Das sei jedoch ein tragischer Einzelfall gewesen. Sie finde es bedauerlich, dass ein Zusammenhang zwischen dem Fundort und dem Festival hergestellt werde, sagte Wiese.

Abgesehen davon hatte die Polizei - mit Blick auf die Dimensionen des Festivals - eher wenig zu tun. Von Freitagabend bis Samstagmorgen seien den Angaben zufolge 27 Taschendiebstähle in der Nähe der Hauptbühnen begangen worden. Die Täter hatten es demnach vor allem auf Smartphones abgesehen.

Außerdem wurde ein 26-Jähriger auf frischer Tat ertappt, als er sich Zugang zu mehreren Zelten verschaffen wollte. In seinem Zelt fanden die Beamten 30 Gegenstände, darunter etwa Anschlusskabel - mutmaßlich Diebesgut. Der Mann war unerlaubt auf dem Gelände. Er trug ein Festivalbändchen aus dem vergangenen Jahr. Außerdem registrierten die Beamten zwölf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Das Wacken Open Air endet in der Nacht zu Sonntag. Knapp 75.000 Fans feierten in der schleswig-holsteinischen Provinz. Das "Metal-Mekka" bietet den Musikbegeisterten auf einem Gelände von rund 300 Fußballfeldern die Gelegenheit, mehr als 200 Bands zu sehen. Das "Wacken Open Air" gilt als größtes Heavy-Metal-Festival der Welt.

Titelfoto: dpa/Axel Heimken

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